merken
Sachsen

Anklage nach Granatenfund am Bahnhof

17 Handgranaten fand die Polizei im Februar im Auto von zwei Bosniern. Sie hatten aber noch viel mehr Waffen dabei. 

Granaten, Feuerwaffen und Munition versteckten zwei Bosnier im Februar 2019 in diesem Geländewagen.
Granaten, Feuerwaffen und Munition versteckten zwei Bosnier im Februar 2019 in diesem Geländewagen. © Roland Halkasch

Ihr Auto war voller Waffen, als sie am 18. Februar nach Dresden kamen. Aufgefallen ist das nur, weil sie falsch geparkt haben. Sie stellten ihren Mercedes-Geländewagen damals am Nachmittag hinter dem Hauptbahnhof auf der Bayrischen Straße im Halteverbot ab.

Zwei 17 und 29 Jahre alte Bosnier waren mit dem Luxusauto nach Dresden gekommen. Das bosnische Kennzeichen, der Wagen falsch geparkt, drin die zwei junge Männer – das war für die Bundespolizei Grund genug für eine Kontrolle. Sie nahmen die Männer mit in die Dienststelle in der Haupthalle des Bahnhofs. Dort wurden die Bosnier durchsucht, dabei kam eine kleine Menge Drogen zum Vorschein. Nicht viel, aber genug, um weitere Durchsuchungen zu rechtfertigen. Die Beamten nahmen den Mercedes daraufhin genauer unter die Lupe, auch ein Drogenspürhund war im Einsatz. Das Ergebnis war ein Waffenfund, der tagelang Gesprächsthema in der Stadt war und bei dem auch ein Terrorverdacht nicht ausgeschlossen werden konnte.

Anzeige
Wie leben Familien in Sachsen?
Wie leben Familien in Sachsen?

Die große Umfrage zur Familienzufriedenheit geht in eine neue Runde. Jede Antwort zählt!

Weiterführende Artikel

Waffen-Schmuggler nun vor Gericht

Waffen-Schmuggler nun vor Gericht

Zum Prozessauftakt im Zusammenhang mit dem Waffenfund am Dresdner Hauptbahnhof haben die beiden Angeklagten jetzt ausgesagt.

Sächsische Justiz fasst Terrorverdächtigen von Paris

Sächsische Justiz fasst Terrorverdächtigen von Paris

Ein Bosnier soll am Anschlag 2015 auf das „Bataclan“ beteiligt gewesen sein. Es gibt eine Verbindung zum Granatenfund Anfang des Jahres in Dresden.

Granaten in Auto am Hauptbahnhof entdeckt

Granaten in Auto am Hauptbahnhof entdeckt

Ein hinter dem Dresdner Hauptbahnhof abgestellter Geländewagen hat für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage erhoben gegen das Duo. Die Ermittlungen haben keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Waffen zur Vorbereitung eines Terroranschlags eingeführt worden waren, teilte Jürgen Schmidt, der Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Mittwoch mit. Der Waffenfund erschien schon damals enorm: 17 Handgranaten fanden die Ermittler bei einer ersten Durchsuchung in dem Mercedes, versteckt hinter einer Verkleidung im Kofferraum. Die Verdächtigen wurden festgenommen, der Mercedes sichergestellt und weiter durchsucht. Dabei förderten die Ermittler weitere Waffen zutage. Am Ende waren es 95 Handgranaten, vier vollautomatische Gewehre, acht halbautomatische Pistolen und jede Menge Munition für Schusswaffen. Die zwei Verdächtigen gehören wahrscheinlich zu einer Bande. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gewerbs- und bandenmäßige Einfuhr von Kriegwaffen vor. Dabei gehen die Ermittler davon aus, dass die Bosnier ihren Lebensunterhalt mit dem Waffenhandel bestritten haben. Die Fahrt, bei der sie am 18. Februar durch Dresden kamen, war nicht ihr einziger Waffentransport, nehmen sie an. Immer wieder haben die Verdächtigen demnach solche illegalen Transporte erledigt. 

Mehr zum Thema Sachsen