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Sachsen

Anklage nach rassistischem Übergriff

Ein 22-jähriger Chemnitzer soll einen Libyer mehrfach aus dessen Rollstuhl gestoßen und auf ihn eingetreten haben.

Ein Mann im Rollstuhl wurde offenbar aus ausländer- und behindertenfeindlichen Motiven heraus angegriffen.
Ein Mann im Rollstuhl wurde offenbar aus ausländer- und behindertenfeindlichen Motiven heraus angegriffen. © Stefan Puchner/dpa (Symbolfoto)

Chemnitz. Ein Chemnitzer, der einen Libyer in einem Rollstuhl auf der Straße angegriffen und beschimpft haben soll, muss sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage am Amtsgericht Chemnitz wegen vorsätzlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl erhoben, wie die Behörde am Montag mitteilte. 

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft handelte der 22-Jährige aus ausländer- und behindertenfeindlichen Motiven. Ein Hauptverhandlungstermin steht noch nicht fest.

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Der 22-Jährige soll seinem Opfer im September unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, das daraufhin aus seinem Rollstuhl auf die Straße stürzte. Den am Boden liegenden Mann soll der Angreifer getreten und nochmals geschlagen haben. 

Zeugen hatten versucht, den Libyer vor den Angriffen zu schützen und ihn wieder in seinen Rollstuhl gesetzt. Der 22-jährige Deutsche soll sein Opfer anschließend noch mehrfach mitsamt Rollstuhl umgeworfen und den Rollstuhl fortgeschleudert haben. Letztendlich stahl er der Anklage zufolge eine Lautsprecherbox aus einer Tasche des Mannes. (dpa)