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Anlieger haben zum Straßenbau nichts zu sagen

Stadtrat und Verwaltung in Bad Schandau wollten wissen, ob an der Poststraße neuartiges Material verbaut werden darf. Eine Reaktion blieb aus.

© Dirk Zschiedrich

Von Gunnar Klehm

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Bad Schandau. Da haben Stadtrat und Verwaltung doch nicht den Nerv der Bürger getroffen. Da haben sie mal zu einem ganz konkreten Thema zur Bürgerbeteiligung aufgerufen, doch es wollte sich niemand beteiligen. „Die Anwohner äußerten sich nicht“, erklärte Bürgermeister Thomas Kunack (WV Tourismus) im Stadtrat.

Es ging um die Frage, mit welchem Fugenmaterial die Poststraße in Bad Schandau saniert werden soll. Zur Wahl stand herkömmlicher Mörtel oder neuartiger, der einen hohen Dolomit-Anteil hat. Die Kosten bei Letzterem seien zwar etwas höher, aber nur unwesentlich. Darüber sollten die Anlieger der Poststraße nicht etwa mitbestimmen, weil sie in Fragen von Baustoffen besonders kompetent sind. Hintergrund der Befragung, die auch im Amtsblatt veröffentlicht wurde, war ein anderer.

Der Dolomit sorgt für eine höhere Festigkeit und damit Langlebigkeit der Fugenmasse. Gleichzeitig färbt er sie aber gelblich. Das ist nach dem Aushärten im Straßenpflaster zwar unerheblich. Bei der Verarbeitung kann es jedoch zu Verunreinigungen an Fassaden kommen. Zudem könnte das Material während der Bauphase auch breitgetreten werden. Das Material wurde schon am Fähranleger verarbeitet. Da gab es Beschwerden der Schiffseigner. Sie wären gern vorher über den möglichen Dreck informiert worden. Daran hatte sich die Stadtverwaltung nun bei der Poststraße orientiert. Reaktionen gab es aber keine, weder im Rathaus noch beim Ortschaftsrat. „Mehr kann man nicht machen“, sagt Stadtrat Christian Friebel (CDU).

Eine höhere Festigkeit des Materials erschwert zum einen das Ausspülen, hält aber auch besser den Bürsten der Kehrmaschine stand. Auf der Straße baut demnächst der Abwasserzweckverband an Schachtabdeckungen und die Deutsche Telekom verlegt Breitbandkabel. In dem Zuge soll dann auch die Sanierung des Pflasters erfolgen, heißt es aus dem Rathaus. Ein genauer Bautermin ist aber noch nicht bekannt.