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Anschlag auf Chemnitzer Kulturzentrum

In Sachsen sorgt erneut ein feiger Anschlag für Entsetzen. Obwohl die Täter noch nicht gefasst sind, ist die Stoßrichtung klar. Zielscheibe wurde ein Projekt, das sich auch gegen rechtsextreme Umtriebe wehrt.

© dpa

Chemnitz. Auf das Chemnitzer Kulturzentrum „Lokomov“ ist in der Nacht zum Dienstag ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Welche Art von Pyrotechnik benutzt wurde, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Auf Fotos ist allerdings gut erkennbar, mit welcher Wucht die Detonation erfolgte. Es ging nicht nur eine Scheibe zu Bruch, auch Teile des Fensterrahmens wurden zerstört. Verletzt wurde niemand. Eigentümer Lars Fassmann bezifferte den Schaden auf etwa 2500 Euro.

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Zugleich wertete Fassmann den Anschlag als Reaktion auf das, wofür das Zentrum steht und arbeitet. Momentan ist es an dem Chemnitzer Theaterprojekt „Unentdeckte Nachbarn“ beteiligt, das sich mit dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ beschäftigt. Laut Fassmann reiht sich der Anschlag in eine ganze Serie von Vorfällen ein, bei denen die Scheiben eingeschmissen und die Fassade des Clubs mit Farbbeuteln beworfen wurde. Selbst große Pflastersteine seien schon durchs Fenster geflogen, obwohl sich in dem Gebäude Menschen aufhielten.

„Mit dem jetzigen Anschlag ist aber eine neue Qualität erreicht“, sagte Fassmann der Deutschen Presse-Agentur. Wenn der hinter dem Fenster befindliche Vorhang Feuer gefangen hätte, wäre womöglich das ganze Haus abgebrannt. In Chemnitz hätten sich inzwischen feste Strukturen gebildet, sagte er mit Blick auf die rechtsextremistische Szene in der Stadt. Neonazis hätten auch schon Besucher der Veranstaltungen im Kulturzentrum zusammengeschlagen. Dennoch wolle man sich nicht unterkriegen lassen und weiter „Kante zeigen.“

„Mit diesem traurigen Höhepunkt einer ganzen Reihe von Angriffen auf Einrichtungen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, ist eine neue Ebene der politisch motivierten Gewalt aus der rechten Szene erreicht“, erklärte die Chemnitzer Grünen-Politikerin Petra Zais. Sie sah die Schwelle zum Terrorismus überschritten. (dpa)