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Anschlag auf Leipziger Zeitung

Eilenburg. Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag einen Anschlag auf ein Büro der Leipziger Volkszeitung in Eilenburg (Nordsachsen) verübt. Nach Polizeiangaben schmissen die Täter mit mehreren Steinen...

Eilenburg. Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag einen Anschlag auf ein Büro der Leipziger Volkszeitung in Eilenburg (Nordsachsen) verübt. Nach Polizeiangaben schmissen die Täter mit mehreren Steinen Scheiben ein, schmierten dunkelbraune Farbe an die Fassade und schrieben „Lügenpresse“ auf ein Fenster. Zudem gab es den Verdacht, dass in den Räumen auch noch stinkende Buttersäure verteilt wurde. Das bestätigte sich jedoch nicht. Offenbar kam der Geruch lediglich von der benutzten Bitumenfarbe. Verletzt wurde bei dem Anschlag niemand. Zum Zeitpunkt der Tat hätten sich keine Menschen in der Geschäftsstelle aufgehalten, sagt Redaktionsleiter Frank Pfütze.

Es gebe noch keine Hinweise auf die Täter, sagte ein Polizeisprecher. Auch Pfütze wollte sich nicht auf einen Verdacht festlegen. Es sei möglich, dass die Täter aus dem Umfeld von Pegida stammten. Genauso gut könnten es jedoch auch Linksextremisten gewesen sein. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet. Die Ermittler sicherten am Freitag Spuren am Tatort. Zudem wurden Zeugen vernommen, die in der Nacht die Polizei alarmiert hatten. Nach Aufräumarbeiten konnte die Geschäftsstelle am Morgen wieder geöffnet werden.

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LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer zeigte sich am Freitagmorgen bestürzt über den Angriff auf die Redaktion. „Wir sind für einen kritischen Umgang mit der LVZ und stellen uns auch der Diskussion. Der Vorfall in Eilenburg geht aber eindeutig zu weit“, sagte der 51-Jährige. Die Attacke sei nicht nur ein Anschlag gegen die LVZ, sondern auch gegen die Pressefreiheit an sich. „Wir gehen davon aus, dass Polizei und Staatsschutz jetzt zügig ermitteln“, so Emendörfer . (SZ/dpa)