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Geld und Recht

Behandlungsfehler: Verjährungsfrist beachten

Ein Behandlungsfehler kann auch sein, den Patienten nicht ausreichend über Alternativen zu einem Eingriff informiert zu haben.

© Felix Kästle/dpa (Symbolfoto)

Koblenz. Unterläuft Ärzten ein Behandlungsfehler, haben Patienten eventuell Anspruch auf Schadensersatz. Nach drei Jahren verjähren diese allerdings. Ein Behandlungsfehler kann es dabei auch sein, den Patienten nicht ausreichend über Alternativen zu einem Eingriff zu informieren. In solchen Fällen beginnt die Verjährungsfrist erst, wenn der Patient nachweislich von den Alternativen erfährt. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz hervor (Az.: 5 U 1271/17), auf das die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

Die Klägerin in dem Fall hatte 2006 ein neues Kniegelenk aus Nickel und Kobalt bekommen. Nach der Operation kam es zu Komplikationen - möglicherweise war dies eine allergische Reaktion auf die Metalle. 2011 erhielt sie deshalb einen Arztbrief, der sie auf die mögliche Problemursache hinwies und ihr einen Tausch der Prothese empfahl. 2012 ließ sich die Frau ein neues Kniegelenk einsetzen, diesmal aus Titan. 2015 zog sie dann gegen den ersten Behandlungsfehler vor Gericht: Sie sei 2006 nicht ausreichend über die Möglichkeit einer Titan-Prothese informiert worden.

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Das Gericht lehnt die Klage ab: Eventuelle Ansprüche seien verjährt. Mit dem Brief von 2011 habe der Arzt seine Informationspflichten erfüllt. Ab da habe die Patientin gewusst, dass der Metall-Mix der ersten Prothese womöglich Ursache der Komplikationen war und es eine Alternative gab. Ab diesem Zeitpunkt hatte sie daher drei Jahre Zeit für eine Klage, 2015 war es aber zu spät. (dpa-tmn)

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