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Bautzen

Anstehen für die "Sonnenallee"

Nach dem ersten Verkaufstag für den Bautzener Theatersommer sind schon über 7.500 Karten weg. Der erste Käufer war am Sonnabend schon sehr zeitig da.

Erinnerung an die DDR-Zeit: Jung- und Thälmannpioniere haben am Sonnabend die Flyer für den Theatersommer verteilt. Die Darsteller kamen in einem original NVA-Jeep. © Carmen Schumann

Bautzen. Wer maßgeschneiderte Karten für den Theatersommer haben möchte, muss zeitig aufstehen. Für Rüdiger Paul kein Problem. Der Bautzener bezog am Sonnabend bereits um 5.45 Uhr vor der Theaterkasse an der Seminarstraße Position. Und das bei Kälte und sogar einigen Schneeflöckchen, die vom Himmel rieselten. Zum Glück löste ihn Enkel Tobias immer mal wieder ab.

Rüdiger Paul ist ein begeisterter Sommertheaterfan und hat bis jetzt noch nie eine Vorstellung verpasst. Dass er sich immer so zeitig am ersten Vorverkaufstag anstellt, hat seinen Grund: „Wir möchten an einem ganz bestimmten Datum gehen, und zwar gemeinsam mit den Kindern und Enkeln“, sagt der Bautzener. Da ein Teil der Plätze ja für Abonnenten reserviert ist, müsse man für seine Wunsch-Karten schon das Anstehen in Kauf nehmen, sagt der gut gelaunte Theaterfreund, dessen Familie extra aus Sachsen-Anhalt anreist.

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Kaffee gegen die Kälte

Ganz so zeitig aufgestanden ist Dietrich Koppe aus dem Kurort Jonsdorf nicht. „Um acht sind wir zuhause losgefahren“, berichtet er. Aber er hat sich gut gerüstet für das Abenteuer Kartenvorverkauf. Gegen die Kälte hilft heißer Kaffee aus der Thermoskanne und gegen das Stehen ein Campingstuhl. So lässt es sich aushalten. Dietrich Koppe ist schon voller Vorfreude: „Die Sonnenallee, das ist doch unsere Jugendzeit!“, sagt er. Und auch wenn die Verhältnisse vor rund 40 Jahren im „Tal der Ahnungslosen“ etwas andere waren, als die in Berlin im Schatten der Mauer, wo die diesjährige Sommertheaterinszenierung spielt, kommen bei den älteren Theatergängern ostalgische Gefühle auf.

Jugendliche in Pionierbluse und mit rotem oder blauem Halstuch verteilen die Flyer zum Sommertheater. Die schöne Miriam, die von allen Jungs aus dem „Kürzeren Ende der Sonnenallee“ umschwärmt wird, dargestellt von Elevin Katharina Pöpel, reist in einem Original-NVA-Jeep an. Und auch die „Langen Kerls“ haben diesmal ihre Uniformen getauscht. Statt in der rot-blauen Kluft der Garde König Friedrich Wilhelms I. marschieren sie diesmal in Ein-Strich-Kein-Strich-Uniform der NVA ein. Dass die Kanone, aus der traditionsgemäß der Startschuss für den Kartenvorverkauf fällt, historisch etwas daneben liegt, wen stört’s?

Kasse öffnet nach Kanonenschuss

Doch bevor der Run auf die Karten beginnen kann, gibt es natürlich erste Appetithäppchen aus der Inszenierung. Als erster entert Theatermusiker Tasso Schille die kleine Bühne vor dem Theater und haut in die Tasten. Ganz in Puhdys-Manier lässt Mirko Brankatschk „Maschine“ Dieter Birrs „Türen öffnen sich zur Stadt“ erschallen. Neben dem Kanonenschuss ist dies das Signal, die Türen zur Kasse endlich zu öffnen. 

Punkt 11 Uhr ist es soweit. Die Schlange, die auch diesmal wieder bis zu den Schilleranlagen reicht, setzt sich allmählich in Richtung Kasse in Bewegung. Rüdiger Paul hält als erster seine Karten für seinen Wunschtermin in den Händen und ist glücklich. Die neunte Reihe sei prima, nicht zu weit hinten, aber auch nicht zu weit vorn, befindet der Bautzener.

Am Ende des ersten Vorverkaufstages kann Theatersprecherin Gabriele Suschke eine positive Bilanz ziehen: „7.519 Karten sind schon weg“, sagt sie. Geplant sind 35 Vorstellungen mit insgesamt 34.930 Plätzen. Das heißt, es sind bereits über 21 Prozent aller Tickets vergeben.

VORVERKAUF: Der Theatersommer läuft vom 20. Juni bis zum 28. Juli. Karten im Vorverkauf gibt es an der Theaterkasse sowie ab 15. April im Bautzener SZ-Treffpunkt am Lauengraben 18.