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Immer mehr Geflügel keimbelastet

Sächsische Lebensmittelkontrolleure entdecken in Geflügel vermehrt antibiotikaresistente Keime - besonders in Hähnchenfleisch. Für den Verbraucher kann das zur Gefahr werden.

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© dpa

Dresden. Antibiotikaresistente Keime in Lebensmitteln werden Experten zufolge in Sachsen zunehmend zum Problem. „Es ist überraschend, wie viele Proben positiv getestet werden“, sagte Eckhard Neubert, Abteilungsleiter in der Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA). Betroffen sei vor allem Hähnchen- und Putenfleisch.

2013 wurden 212 Proben auf sogenannte ESBL-Keime untersucht, darunter Pute, Hähnchen, Rindfleisch, Hackfleisch sowie Rohmilchkäse und Gemüse. Davon wiesen 73 Proben antibiotikaresistente Keime auf - knapp 35 Prozent. Beim Hähnchenfleisch war laut der LUA die überwältigende Mehrheit verdächtig, nämlich 38 von 45 Proben und damit 84 Prozent. Beim Putenfleisch waren es 22 von 45 Proben und somit fast die Hälfte (49 Prozent).

Neubert sieht weiteren Forschungsbedarf, um abzuschätzen, wie gefährlich belastete Lebensmittel für den Menschen sind. Es bestehe aber die Gefahr, dass im Fall einer Erkrankung Antibiotika nicht mehr wirkten. „Das ist das große Problem, was wir haben“.

Insgesamt untersuchten die Experten im vergangenen Jahr 23.807 Lebensmittelproben, davon wurden 2.903 beanstandet. Das entspricht einer Quote von 12,2 Prozent und somit dem Vorjahresniveau.

In erster Linie geht es nach Angaben der LUA um mangelhafte Kennzeichnung von Lebensmitteln. So seien zahlreiche Zutatenlisten unvollständig oder auch die Mengenangaben ungenau. 0,3 Prozent aller Proben wurden als gesundheitsgefährdend eingestuft und waren unter anderem mit Salmonellen belastet. (dpa)