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Antisemitismus spielt geringe Rolle

Die Polizei registriert nur wenige Fälle. Ganz verschwunden ist das Phänomen aber nicht.

Von Sebastian Beutler

In Görlitz spielen antisemitische Straftaten keine Rolle. Das haben Analysen der Polizei auf Bitten der SZ ergeben. Demnach registrierten die Sicherheitsbehörden in der Stadt Görlitz in den Jahren 2015 und 2016 jeweils nur eine solcher Straftaten, 2017 geschah gar keine.

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Ganz unbekannt ist das Phänomen solcher Straftaten aber in der Oberlausitz auch nicht. So zählte die Polizei 2015 elf antisemitische Straftaten in den Landkreisen Bautzen und Görlitz, im Jahr darauf wurden der Polizei zehn Straftaten bekannt, die einen antisemitischen Hintergrund hatten. Und im Jahr 2017 stieg die Zahl solcher Straftaten auf 13. In diesem Jahr, so erklärt Polizeisprecher Thomas Knaup, seien die Fallzahlen rückläufig und bewegten sich im einstelligen Bereich. In allen Fällen war ein politisch rechtsmotivierter Bezug gegeben. Die Aufklärungsquote liegt bei diesen Straftaten in der Oberlausitz bei rund 50 Prozent, so wurden 2015 und 2016 jeweils fünf Fälle aufgeklärt, 2017 waren es sechs. Die ermittelten Tatverdächtigen waren sowohl deutsche als auch ausländische Staatsbürger, teilt die Polizei mit.

Nach Einschätzung Knaups zeige die geringe Fallzahl, dass „Straftaten mit antisemitischem Hintergrund in der polizeilichen Lage der Landkreise Bautzen und Görlitz eine Ausnahme darstellen“. Gerade aber bei den Gedenkveranstaltungen zum 9. November sei die Polizei sehr aufmerksam unterwegs, weil teilweise an den Orten des Gedenkens sich diese Straftaten ereigneten.