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Anwohner der Nikolaivorstadt würden gern mehr bezahlen

Eine häufigere Straßenreinigung ist einigen Görlitzern so wichtig, dass sie bereit sind, sich zu beteiligen. Sie ernten keinen Widerspruch.

© Nikolai Schmidt

Von Ingo Kramer

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Görlitz. Zwölf Euro Straßenreinigungsgebühr im Jahr muss Wolfgang Archner zahlen. Dafür kommt viermal pro Jahr die Kehrmaschine, um auch vor seinem Haus im Steinweg die Straße zu reinigen. Bei einer Bürgerversammlung machte er jetzt einen ungewöhnlichen Vorschlag: „Für eine saubere Stadt bezahle ich gern mehr als zwölf Euro pro Jahr.“ Doch so ungewöhnlich scheint der Vorschlag dann doch nicht zu sein: In der Bürgerversammlung erntete er von anderen Anwohnern keinen Widerspruch.

Archner geht es vor allem um die Straßen, in denen Touristen unterwegs sind: „Am Obermarkt zum Beispiel wäre eine häufigere Reinigung nötig.“ Doch es betrifft auch Teile der Nikolaivorstadt. So berichtet ein Anwohner aus der Bogstraße, dass dort das Laub der hohen Bäume ab Herbst auf der Straße liegt, oft auch bis zur Jesus-Bäckerei geweht werde. „Und dann liegt es ein Vierteljahr dort und niemand sieht es als seine Aufgabe an, es wegzukehren“, bemängelt er. Das Problem bestehe seit Jahrzehnten: „Die Stadt müsste gucken, wo Laubbäume stehen, und die Reinigung der Straßen danach planen.“

Das dürfte ein frommer Wunsch bleiben. „Wir werden nicht jedes Problem lösen können“, so OB Siegfried Deinege. Nach Angaben seines Amtsleiters Torsten Tschage komme das Thema jedes Jahr im Herbst hoch – und zwar überall da, wo Bäume stehen. Die Leute genießen im Sommer den Schatten der Bäume, seien aber im Herbst nicht bereit, Laub wegzuräumen.

Doch die Bürger können durchaus Einfluss auf die Straßenreinigung nehmen, sagt er. Es gebe verschiedene Reinigungsklassen: Dreimal wöchentlich, einmal wöchentlich, monatlich, quartalsweise. Das sei in der Straßenreinigungssatzung festgeschrieben. Dieses Jahr muss ohnehin eine neue Satzung beschlossen werden. Das wäre der ideale Zeitpunkt, um Änderungen bei den Reinigungsklassen vorzunehmen. „Wenn Sie Änderungswünsche haben, dann teilen Sie uns das bitte mit“, so Tschage. Die Stadt würde es prüfen – und gegebenenfalls dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegen. Ist die Satzung beschlossen, gilt sie wieder für fünf Jahre. Archner überlegt, von dem Angebot Gebrauch zu machen: „Ich würde mich bereiterklären, Fotos der betroffenen Stellen zu machen.“

Wünsche an die Stadt unter 03581 672615 oder per E-Mail.