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Anwohner erkämpfen Änderungen

Montag starten die Bauarbeiten an den Abwasserkanälen in Oberposta. Für die Anlieger kommt es nun aber nicht ganz so schlimm wie befürchtet.

© Norbert Millauer

Von Christian Eissner

Sächsische Schweiz. Zwei Sommer lang die Ortsstraße gesperrt, eine zeitraubende Umleitung über Mockethal und Wehlen – die Anwohner von Pirna-Oberposta sind nicht wirklich scharf auf den Bau eines Abwasserkanals in ihrer Straße. Bei einer Einwohnerversammlung Anfang Februar ging es entsprechend hoch her.

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© SZ

Eigentlich sollten schon Anfang März die Bagger anrücken. Daraus wurde nichts, weil sich die Ausschreibung verzögerte und das Wetter mies war. Die gewonnene Zeit nutzten die für den Kanal verantwortlichen Stadtwerke Pirna und die Anwohner zum Dialog. Mit Erfolg. Es habe eine notwendige und sachliche Absprache mit der Interessenvertretung der Postaer gegeben, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Olaf Schwarze. „Ich bin froh, dass wir das gemacht haben.“ Der Kanalbau ist zwar damit nicht vom Tisch, soll aber für die Anlieger weniger Einschränkungen bringen als zunächst befürchtet. Kommenden Montag beginnen die Bauarbeiten.

Was sind die wesentlichen Änderungen zum ursprünglichen Bauplan?
Insgesamt verlegen die Stadtwerke entlang der Elbe rund drei Kilometer Abwasserkanal zwischen Niederposta und dem Haus Oberposta 66 an der Stadtgrenze zu Wehlen. Ursprünglich war geplant, mit einem ersten Bauabschnitt dieses Jahr am Wendeplatz in Höhe Oberposta 32 zu beginnen und sich bis Niederposta vorzuarbeiten. Anwohner im Straßenabschnitt hinter dem Baufeld hätten während der Bauzeiten ihre Grundstücke nur aus Richtung Wehlen erreichen können – gut zwölf Kilometer Umweg.

Laut der geänderten Planungen bleiben viele Oberpostaer nun erst einmal von der Mega-Umleitung verschont. Denn die Stadtwerke und die beauftragte Baufirma Eurovia haben sich darauf verständigt, ganz hinten mit den Bauarbeiten zu beginnen, vor dem Haus Oberposta 66. Das Baufeld, das einschließlich Maschinen immer nur rund 30 Meter lang sein soll, rückt von dort aus schrittweise Richtung Westen. Bei Hausnummer 31b angekommen, soll für dieses Jahr voraussichtlich im November Schluss sein. Im kommenden Jahr arbeiten sich die Bauleute dann vom Wendeplatz bis nach Niederposta vor.

Welche Einschränkungen gibt es für die Anwohner?
Fakt bleibt: Wer hinter dem Baufeld wohnt, muss eine Umleitung über Wehlen fahren. Das allerdings nur zu den Zeiten, in denen auch wirklich gearbeitet wird. Nachts und an den Wochenenden soll die Baustelle so gesichert werden, dass Anwohner sie auf eigene Gefahr mit dem Auto passieren können. Offiziell gilt allerdings während der gesamten Bauphase eine Vollsperrung der Straße Oberposta, betonen die Stadtwerke. Diese Sperrung wird ausgeschildert, auch für Fahrradfahrer.

Für Rettungsdienst und Feuerwehr machen die Bauleute immer Platz. Mit Pflegediensten, Essenslieferanten und Post gibt es Absprachen, um den Transport der Mülltonnen durch die Baustelle kümmert sich die Baufirma ebenfalls. Und die Stadtwerke versprechen, stets aktuell zu informieren, vor welchem Grundstück sich das Baufeld gerade befindet. Unter anderem soll diese Information auf einer Bautafel in Niederposta angeschlagen sein.

Wann wird der neue Kanal in Betrieb genommen?
Voraussichtlich im Frühjahr 2020, schätzen die Stadtwerke. Anwohner können, sobald vor ihrem Haus der neue Kanal nebst Anbindung bis zur Grundstücksgrenze liegt, bereits ihre Hausanschlüsse legen lassen. In Betrieb gehen können diese allerdings erst, nachdem das gesamte Bauvorhaben abgeschlossen ist.