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Anwohner sorgen sich um Linden

Neben dem einstigen Wirtshaus Buchholz wird gebaut. Neue Häuser entstehen. Auf die beiden alten Bäume wird dabei offenbar nicht geachtet.

© SZ/Sven Görner

Von Sven Görner

Friedewald. Als sich der Technische Ausschuss des Moritzburger Gemeinderats vor reichlich einem Jahr gleich mehrfach mit den Plänen des Investors für das Gasthofgelände in Buchholz beschäftigte, ging es dabei nie um die beiden großen Linden. Denn diese, so war von Anfang an klar, sollen von den geplanten Arbeiten nicht betroffen sein.

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Das neu zu bauende Einfamilienhaus an der Heinrichstraße und das Doppelhaus an der schmalen Straße An der Siedlung waren so auf dem Grundstück positioniert worden, dass die beiden alten Bäume stehen bleiben konnten. Im Ort war das mit Freude zur Kenntnis genommen worden. Gewissermaßen als kleines Trostpflaster dafür, dass die Geschichte des Gasthofs mit dem Projekt endgültig abgeschlossen ist und durch die beiden zusätzlichen Häuser eine weitere Verdichtung der Bebauung stattfindet.

Umso erstaunter waren daher einige Friedewalder, was sich derzeit auf der Baustelle tut. Für die Fundamente des Einfamilienhauses sei mit einem Bagger sehr sorglos in unmittelbarer Nachbarschaft des einen Baumes gearbeitet worden. So eine Beobachtung. Und auch dem Baum an der Giebelseite des einstigen Gasthauses sind die Bauarbeiter sehr nahe gekommen. Offenbar sollen dort die Fundamente isoliert oder eine Drainage gelegt werden. „Ob die Wurzeln dieser Bäume das Baggern unbeschadet überstehen, lässt sich aus der Ferne nicht einschätzen“, äußerte eine besorgte Anwohnerin gegenüber der SZ.

Ganz offensichtlich ist dagegen, dass es die Bauleute mit dem oberirdischen Baumschutz nicht so genau nehmen. Denn wie sich die SZ am Donnerstag vor Ort überzeugte, wurden für die Stämme der beiden Bäume keinerlei Schutzmaßnahmen ergriffen. Obwohl so etwas heute eigentlich Standard ist, erst recht, wenn so dicht daneben mit Baumaschinen gearbeitet wird. Damit nicht genug, wurde einer der Stämme sogar genutzt, um verschiedene Dinge daran anzulehnen.

Nach einer Anfrage der SZ bei Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) am Donnerstagnachmittag hatte dieser umgehend Ordnungsamtsleiter Jochen Bauer verständigt. Dieser sah sich am Freitagvormittag auf der Baustelle um, und handelte sofort. „Der Bauherr wurde durch unser Ordnungsamt aufgefordert, unverzüglich für den erforderlichen Schutz der beiden Linden zu sorgen“, sagte der Bürgermeister am Freitagmittag auf erneute Nachfrage der SZ.

Von der Baufirma, der Handke Bau GmbH aus Dresden, gab es die Auskunft, dass die Baumschutzmaßnahmen bis Dienstag realisiert werden sollen. Warum diese nicht mit Baubeginn erfolgten bleibt offen.