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Klein-Hollywood vor der Schauburg?

Nicht nur die Fahrbahn wird saniert. Auch rechts und links der Königsbrücker wird vieles neu. Die Bürger sind gefragt.

© Archiv: Steffen Füssel

Von Ralf Hübner

Dresden. Nach dem Abspann werden die abendlichen Kinobesucher vor dem Filmtheater Schauburg mit einem Lichtspiel empfangen, auf den Boden illuminierte Bilder, Figuren, Sterne. Das ist eine der Ideen der Landschaftsarchitekten des Berliner Büros Hahn Hertling von Hantelmann, die bei einer Bürgerwerkstatt mit Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) vorgestellt wurden, an der etwa 30 Menschen teilgenommen haben. Dabei sollte es vor allem um die drei Plätze entlang der Königsbrücker Straße gehen – den vor der Schauburg, den sogenannten Eschenplatz zwischen Eschen- und Scheunenhofstraße sowie den Platz vor der Post an der Lößnitzstraße. Der Platz vor der Schauburg etwa wird durch die dort geplante Haltestelle der Straßenbahn kleiner, soll aber etwa während des Filmfestes weiter nutzbar sein. Nach Vorstellungen der Anwohner sollte jedoch nicht die gesamte Fläche rot gehalten werden, wie von den Landschaftsgestaltern vorgesehen, sondern nur der Eingangsbereich des Kinos, an einen Premierenteppich erinnernd. Von Hollywood inspiriert war wohl die Idee, Platten mit Stern-Intarsien aus Stein auf dem Gehweg zu verlegen. Zudem wurde ein Brunnen mit Filmmotiven vorgeschlagen.

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Neu geordnet wird vor allem der Eschenplatz. Die größte Veränderung: Die jetzige große Parkfläche dort verschwindet. Geparkt werden soll künftig nur noch in dafür vorgesehenen Einbuchtungen entlang der Königsbrücker Straße. In dem Gebiet werde etwa jeder dritte Parkplatz wegfallen, sagte Schmidt-Lamontain. „Die Stellplatzbilanz wird negativ sein.“ Die Straße vor den Hauseingängen soll vor allem Anlieferungen vorbehalten bleiben. Ulmen sollen auch in dem Bereich die Königsbrücker Straße säumen und ihr einen alleeartigen Charakter verleihen. Auf dem Platz selbst sind Eschen und Amberbäume vorgesehen. Die Debatten drehten sich vor allem um Fußgängerampeln, um die Königsbrücker gefahrlos queren zu können, um Sitzbänke und um künstlerische Elemente.

Die wohl geringsten Veränderungen sind vor dem Postgebäude zu erwarten. Die Grünfläche soll bleiben. Ein von den Landschaftsarchitekten vorgesehener unterirdischer Abfallbehälter wurde abgelehnt.

Schmidt-Lamontain sprach von der Bürgerwerkstatt als einem sehr gelungenen Experiment. Die Verwaltung werde die Vorschläge der Bürger einarbeiten und das Ergebnis öffentlich vorstellen.