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Lassen Sie sich in die grünen Geheimnisse der Festung einweihen

Entdecken Sie faszinierende Orte und tauchen Sie ein in eine vergangene Welt voller grüner Geschichten auf der Festung Königstein! Alle Infos hier!

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Die Festung Königstein ist nicht nur ein Ort von historischer Bedeutung, sondern auch ein wahrer Hort der Naturpracht. Hier gibt es vieles zu entdecken!
Die Festung Königstein ist nicht nur ein Ort von historischer Bedeutung, sondern auch ein wahrer Hort der Naturpracht. Hier gibt es vieles zu entdecken! © Adob Stock

Aktuell erzählt die spannende Sonderausstellung „Von Möhrenbeet bis Festungswald – Facetten des Festungsgrüns auf dem Königstein“ noch bis zum 31. Oktober von Soldatengärten, vom verschwundenen Weinberg, von Ziegen, Hühnern und Bienen, von Blumendiebstählen oder sächsischen Königen gewidmeten Plätzen. Auch dem Festungswald und dem Friedhof widmet sie sich ausführlich.

Die Ausstellung widmet sich damit der gärtnerischen und landwirtschaftlichen Nutzung der Freiflächen, aber auch der unter militärischen Aspekten erfolgten Begrünung. Die Ausstellung, die sowohl in der Magdalenenburg als auch draußen im Gelände stattfindet, erinnert an verschwundene Orte, zeigt Bilder, Pläne und Objekte wie seltene historische Gartengeräte.

Manche bisher als Wildwuchs eingeordneten Bäume und Sträucher entpuppten sich als natürliche Tarnung von Geschützen oder Festungswällen.
Manche bisher als Wildwuchs eingeordneten Bäume und Sträucher entpuppten sich als natürliche Tarnung von Geschützen oder Festungswällen. © Thomas Eichberg, Major Tom Luftbilder

Die Geschichte der Bepflanzung auf der Festung Königstein

247 Meter über der Elbe erhebt sich majestätisch die Festung Königstein und bietet einen einzigartigen Panoramablick. Doch für die fünf Festungsgärtner bleibt nur wenig Zeit, diesen zu genießen. Das ganze Jahr über kümmern sie sich um die ausgedehnten Grünanlagen auf dem Felsplateau: Baumbestand kontrollieren und pflegen, Blumen und Gemüse aussäen, Hecken und Rosen schneiden, Laub beräumen, riesige Rasenflächen mähen und Heu für den Weihnachtsmarkt einlagern. Auch zum Winterdienst werden die Gärtner herangezogen.

Festungsgärtner bei der Arbeit: Die Geschichte der Bepflanzung auf der Festung Königstein ist ebenso reich wie die des gesamten Ensembles. Erfahren Sie aus erster Hand, wie Jahrhunderte von Gärtnertraditionen und Expertise zu dem beeindruckenden Gartenpar
Festungsgärtner bei der Arbeit: Die Geschichte der Bepflanzung auf der Festung Königstein ist ebenso reich wie die des gesamten Ensembles. Erfahren Sie aus erster Hand, wie Jahrhunderte von Gärtnertraditionen und Expertise zu dem beeindruckenden Gartenpar © Festung Königstein

Wichtig für ein gepflegtes Erscheinungsbild ist auch das Bewässern der Pflanzen. Dafür wird das Wasser aus alten unterirdischen Zisternen und dem 152 Meter tiefen Brunnen, welches im Sommer bei Schauvorführungen gefördert wird, genutzt. So bleibt das ursprüngliche und nachhaltige Bewirtschaftungssystem auf dem Königstein erhalten. Gartenabfälle werden kompostiert, Erde gedämpft und die Wiesen insektenfreundlich bewirtschaftet.

Die Dimensionen des Festungsgrüns sind unglaublich: Etwa die Hälfte des 9,5 Hektar großen Festungsplateaus ist begrünt. Neben Mähroboter und Sense helfen deshalb im Sommer drei Ziegen - moderne Landschaftsgärtner - bei der Rasenpflege.

Das Wäldchen – ein unvergleichlicher Schatz

Der eigene Wald innerhalb der Festungsanlage ist eine Besonderheit. Bereits vor 400 Jahren setzten die sächsischen Kurfürsten alles daran, ihn zu erhalten. Sie sorgten für Nachpflanzungen und bestraften unerlaubte Fällungen. Später wurde der Bestand jährlich kontrolliert und zu fällende Bäume gekennzeichnet. Die Verwertung des Holzes erfolgte vor Ort. Wegen der unterschiedlichen Nutzung der Hölzer strebte man Artenvielfalt an.

Aufforstung des Wäldchens: 2023 kamen bereits elf Bäume hinzu – heimische Sorten wie Traubeneiche, Feldahorn und Kiefer, die extremen Wetterlagen standhalten.
Aufforstung des Wäldchens: 2023 kamen bereits elf Bäume hinzu – heimische Sorten wie Traubeneiche, Feldahorn und Kiefer, die extremen Wetterlagen standhalten. © Adobe Stock

Im 19. Jahrhundert schätzten die Festungsbewohner den „Park“ als Rückzugsort vom Alltagsleben. Sie bauten Ruheplätze und pflanzten Rhododendren, ein Konzertpavillon und Tennisplatz entstanden. Seit 2022 wird der Mischwald wieder aufgeforstet.

Selbstversorgung – eine wichtige Voraussetzung für den Belagerungsfall

Zur Bepflanzung der Festung Königstein gehören auch zahlreiche Obstbäume, die die Gärtner regelmäßig verschneiden und abernten. Seit Langem gibt es hier Pflaumen-, Kirsch- und Apfelbäume. Zusammen mit früher gezielt angebauten Heil- und Würzkräutern sowie Nutzgärten mit Möhren, Kartoffeln, Salat und Zwiebeln dienten sie über Jahrhunderte hinweg der autarken Versorgung der Festungsbewohner. Noch heute sorgen zwei Bienenvölker auf einer Wildblumenwiese für die hauseigene Honigproduktion.

Die jahrhundertelang weitgehend autark lebenden Bewohner richteten ihr Interesse vor allem auch auf die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln, wie hier am Nutzgarten am Schatzhaus zu sehen ist.
Die jahrhundertelang weitgehend autark lebenden Bewohner richteten ihr Interesse vor allem auch auf die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln, wie hier am Nutzgarten am Schatzhaus zu sehen ist. © Matthias Hultsch

Pflanzen dienten allerdings auch der Verteidigung: dichte Hecken als Annäherungshindernis und Wurzelwerk als Schutz gegen das Untergraben. Der steile Fels des Königsteins machte den Schutz vor Annäherung und Untergrabung überflüssig. Sichtschutz und Sichtachsen spielten dagegen eine wichtige Rolle. Baumreihen und Hecken verbargen Pulvermagazine und Geschützstellungen. Doch Blick- und Schussbahnen mussten im Festungsumfeld freibleiben, um Feinde schon von Weitem zu entdecken.

Gärten ziwschen Kommandantenpferdestall, Kommandantenhaus und Neuem Zeughaus um 1920.
Gärten ziwschen Kommandantenpferdestall, Kommandantenhaus und Neuem Zeughaus um 1920. © Archiv Festung Königstein

Festungsgefangene mit grünem Daumen

Eine erstaunliche Geschichte schrieb der Gefangene Peter Aloysius Marquis d’Agdollo im 18. Jahrhundert. Er war mehr als 20 Jahre auf dem Königstein inhaftiert, wobei der Grund seiner Verhaftung nur dem Kurfürsten bekannt war. Im Gegensatz zu anderen Leidensgenossen durfte er sich tagsüber auf der Festung frei bewegen. In seinem eigenen Garten kultivierte er etwa 500 Nelken – eine kostbare Sammlung.

Nelkenstellage des Hofmeisters Marquis d'Agdollo. Auch während der beiden Weltkriege legten Gefangene kleine Gärten an.
Nelkenstellage des Hofmeisters Marquis d'Agdollo. Auch während der beiden Weltkriege legten Gefangene kleine Gärten an. © Matthias Hultsch

Lassen Sie sich in die Geheimnisse der Festung einweihen

Die Kuratorin der Sonderausstellung Dr. Stefanie Krihning führt Sie über das Festungsplateau und durch den Festungsrayon. Die Dresdner Gartenhistorikerin hat sich ein Jahr lang intensiv mit der historischen Begrünung des Festungsplateau befasst und dabei Erstaunliches über Zier- und Gemüsegärten, Festungsgärtner, Ziegen und Hühner, Blumendiebstähle, Königen gewidmete Plätze, den Festungswald und den ehemaligen Weinberg herausgefunden.

Begleitveranstaltungen zur Sonderausstellung:

Führungen auf dem Plateau
Tickets kaufen: 17.07.2023 | 08.10.2023

Führungen durch das Rayon
Tickets kaufen: 24.07.2023 | 17.09.2023 | 11.10.2023

Inhaltsreiche Medienstationen und vielfältige Mitmachangebote für Kinder bieten Vertiefungsmöglichkeiten und Abwechslung für Besucher jeden Alters.

Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Öffnungszeiten der Sonderausstellung:

"Von Möhrenbeet bis Festungswald – Facetten des Festungsgrüns auf dem Königstein"

1. April bis 31. Oktober 2023, 10 – 18 Uhr

Ort: draußen und Magdalenenburg, 2. OG, Festung Königstein

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 15 €
  • Gruppen ab 15 Personen: 12 €
  • Ermäßigt*: 12 €
  • Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt.
  • Familien (2 Erwachsene und max. 4 Kinder bis 16 Jahre; Inhaber des Sächsischen Familienpasses haben freien Eintritt): 38 €
  • Minifamilien (1 Erwachsener und max. 2 Kinder bis 16 Jahre): 23 €
  • Schülergruppen (ab 15 Schüler, bis 16 Jahre bzw. Gymnasiasten): 5 €
  • Jahreskarte: 30 €

Verkauf an den Kassen und im Online-Shop. Hier geht's zu den Online-Tickets.

Bei Sonderveranstaltungen zum Teil erhöhte Eintrittspreise.

*Schüler ab 7 Jahre, Studenten, Auszubildende, Menschen mit Behinderung (Grad der Behinderung >50 bei Vorlage des entsprechenden Ausweises), Ableistende des Bundesfreiwilligendienstes (BFD), Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ), Inhaber der sächsischen Ehrenamtskarte, Empfänger von Arbeitslosengeld II mit Bewilligungsbescheid, Sozialhilfeempfänger mit Sozialhilfebescheid nicht älter als 12 Monate, geflüchtete Menschen: bei Vorlage der Aufenthaltsgestattung bzw. Nachweis des Duldungsstatus, Senioren zahlen den vollen Eintritt.

Kontakt

Festung Königstein gGmbH
01824 Königstein

Tel.: 035021 64607
E-Mail: [email protected]

Ticketshop: festung-koenigstein.de/tickets

www.festung-koenigstein.de

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