Anzeige

Für ein lückenloses Lächeln

Anna Victoria Hoffmann verbindet Handwerk und Kunst zu einem strahlenden Lächeln: Sie lernt den Beruf der Zahntechnikerin.

Am sogenannten Artikulator simuliert Anna Victoria Hoffmann Kieferbewegungen, um
die Kontaktpunkte der einzelnen Zähne zu überprüfen.
Am sogenannten Artikulator simuliert Anna Victoria Hoffmann Kieferbewegungen, um die Kontaktpunkte der einzelnen Zähne zu überprüfen. © Foto: privat

Möglichst natürlich soll es aussehen, im Mund nicht stören und fest sitzen. Außerdem will man damit abbeißen und sprechen können: Die Anforderungen an Zahnersatz sind hoch. Das merkt auch Anna Victoria Hoffmann aus Dresden. Die 19-Jährige arbeitet bei Zahntechnik Schönberg und macht dort ihre Ausbildung zur Zahntechnikerin.

Wie muss man sich Ihren Arbeitsalltag vorstellen?

Mein Tag beginnt um sieben Uhr, meistens zuerst im Gipsraum. Dort gieße ich zuvor eingetroffene Abdrücke aus und betrimme und beschleife bereits ausgegossene Modelle. So bereite ich Arbeiten für die nächsten Schritte vor. Sobald alles geschafft ist, gehe ich an meinen Platz, um dort weitere Arbeiten zu erledigen, beispielsweise Biss-Schablonen oder Funktionslöffel erstellen. Jeder Mitarbeiter hat einen festen Platz, an dem er neben der Grundausstattung seine eigenen Werkzeuge hat. Größere Geräte wie ein Lichthärtegerät für Kunststoff-Modelle stehen in einem separaten Raum.

Anzeige
Chemie- Grundwissen und Belastbarkeit
Chemie- Grundwissen und Belastbarkeit

Mario Schneider, Geschäftsführer „Die Maler GmbH“, weiß, was Maler- und Fahrzeuglackierer-Azubis in die Lehre mitbringen sollten.

Was machen Sie, wenn kein konkreter Auftrag vorliegt?

Dann übe ich das Modellieren von Zähnen oder Biegen von Klammern, um meine Fertigkeiten zu verbessern. Häufig schaue ich dann auch bei meinen Kollegen zu, wie sie bestimmte Dinge angehen und hole mir Tipps, wenn ich nicht weiterkomme. Nach einer halben Stunde Frühstück und einer halben Stunde Mittagspause am Tag beende ich den Tag etwa 16.30Uhr. Allerdings muss man immer einplanen, auch länger machen zu müssen, wenn man einen Auftrag bis dahin nicht beendet hat.

Mit welchen Geräten und Materialien arbeiten Sie?

Ich benutze im Gipsraum verschiedene Geräte, um den Gips anzurühren und um ihn dann weiterzuverarbeiten. An meinem Platz habe ich ein motorbetriebenes Handstück und dafür verschiedene Ansätze zum Fräsen, Schleifen und Polieren. Außerdem gibt es eine Flamme, um Wachs heiß machen zu können. Neben Wachs sind die wichtigsten Materialien Gips, Kunststoff, verschiedene Metalle und Keramik.

Welche Rolle spielt der Computer?

Aktuell arbeite ich noch nicht mit Computern, jedoch sind diese mittlerweile fester Bestandteil der praktischen Ausbildung. Für die verschiedenen Bereiche sind sie aus der Zahntechnik nicht mehrwegzudenken.

Was ist bei Ihrer Arbeit besonders herausfordernd?

Dass man extrem genau arbeiten muss. Ein kleiner Fehler, und der Zahnersatz erfüllt seine Funktion nicht mehr so wie er soll. Dabei muss auch das Zusammenspiel von Zahntechnik und Zahnarzt funktionieren. Weiter braucht man ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, Ausdauer und die Fähigkeit, sich lange konzentrieren zu können.

Was ist besonders spannend?

Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, mit den Händen etwas gleichzeitig Ansprechendes und Nützliches zu schaffen, das Menschen das Leben erleichtert. Bei jedem neuen Auftrag muss man neu überlegen, wie man das Ziel erreicht. Dieser Beruf ist zu jedem Zeitpunkt fordernd und wird nicht langweilig.

Welche Voraussetzungen braucht man, um die Ausbildung erfolgreich abschließen zu können?

Man sollte zielstrebig und diszipliniert sein. Außerdem braucht man viel Ausdauer, Geduld und die Fähigkeit, sich lange zu konzentrieren. Bei Rückschlägen und Frustration darf man nicht gleich aufgeben. Wenn ich beispielsweise eine Krone modelliere, tropfe ich Wachs auf das vom Zahnarzt vorbereitete Modell und trage abwechselnd auf und kratze weg, bis es passt. Wir wollen den perfekten Zahnersatz schaffen, mit dem sich der Patient wohlfühlt. Und wir müssen in jeder Situation eine Lösung finden.

Und was gilt für die Berufsschule?

Da sollte man auf jeden Fall Lust und Freude daran haben, medizinische Fachsprache zu lernen, denn auch hier muss man dranbleiben. Natürlich ist ein gewisses künstlerisches und logisches Verständnis auch wichtig.

Das Interview führte Silke Rödel