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Chemie- Grundwissen und Belastbarkeit

Mario Schneider, Geschäftsführer „Die Maler GmbH“, weiß, was Maler- und Fahrzeuglackierer-Azubis in die Lehre mitbringen sollten.

„Es ist wichtig, dass man regelmäßig junge Menschen ausbildet“, sagt Mario Schneider, Geschäftsführer „Die Maler GmbH“ in Freital. Er kann sich über die Auszeichnung vorbildlicher Ausbildungsbetrieb der Handwerkskammer Dresden freuen. In seinem Betrieb sind mehr als 70 Mitarbeiter tätig, davon aktuell elf Azubis. „Ausbildung funktioniert nicht nebenher, man muss sich kümmern“, sagt er. Das beginnt für die Schüler schon bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz – oder bei Firmen bei der Suche nach dem passenden Lehrling. Damit es zwischen den beiden auch passt, gibt es beim Freitaler Unternehmen für die Bewerber ein dreitägiges bis einwöchiges Praktikum. Meist in den Schulferien. „Das hat für beide Seiten Vorteile: Wir können die künftigen Azubis schon ein wenig begutachten und einschätzen. Außerdem können diese ihre Vorstellungen mit der Realität abgleichen.“ Denn oft hätten die Jugendlichen leider falsche Vorstellungen vom Wunschberuf.

Geschick und Belastbarkeit

Für die Tätigkeit des Malers und Lackierers oder des Fahrzeuglackierers seien vor allem Geschick und eine positive Einstellung zum Handwerk nötig. Normal sei der Ausbildungsbeginn nach der zehnten Klasse. „Wenn jemand richtig gut bei der Arbeit ist, kann man auch eine Ausnahme machen und nach der neunten Klasse starten.“ Das ist allerdings selten. Denn schließlich hat die Berufsschule ein hohes Niveau. In Chemie ist ein gutes Grundwissen nötig, auch wenn die Farbpigmente natürlich fertig in den Betrieb geliefert werden. Außerdem wichtig ist körperliche Belastbarkeit. Der Fahrzeuglackierer hält schließlich nicht nur die Spritzpistole in der Hand, sondern muss auch Fahrzeugteile abbauen und vorbereiten sowie schleifen. „Es gibt zwar viele Maschinen, die die Arbeit erleichtern, aber man sollte schon fit sein“, sagt Schneider. Dasselbe gilt für den Maler und Lackierer, der oft auf Baustellen unterwegs ist und dort Wohnungen vorrichtet oder Fassaden streicht. Bei beidem sollte man keine Probleme mit der Höhe haben – und somit einen sicheren Stand auf der Leiter oder dem Gerüst. „Beide Berufe sind spezialisiert, nach der jeweiligen Ausbildung ist man auf einem der beiden Gebiete Experte.“ Neben Lackierungen und Malercenter hat die Freitaler Firma auch Karosserieinstandsetzung im Angebot und arbeitet im Kfz-Bereich mit den Freitaler Autohäusern zusammen, um Unfallwagen wieder verkehrstauglich und schick zu machen.

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Einen Mangel an Bewerbern gibt es ein Freital nicht, alle vier Lehrstellen wurden im August besetzt. Für die beiden Plätze zum Fahrzeuglackierer gab es acht Bewerber, die Ausbildungsstelle des Malers und Lackierers ist ebenso besetzt und für den Platz zum Karosseriebauer, den das Unternehmen ebenfalls anbietet, stand der Azubi bereits seit einem Jahr fest. Überhaupt rät Firmenchef Schneider den jungen Menschen, sich rechtzeitig zu überlegen, welche Berufe in Frage kommen und sich dann auch frühzeitig bei den jeweiligen Betrieben zu melden. „Eine frühe Bewerbung hat viele Vorteile. Das Praktikum kann ohne Zeitdruck geplant und absolviert werden.“ Außerdem ist es so, dass die nachfolgenden Bewerber immer mit dem ersten verglichen werden. „Der erste setzt den Standard, an den sich alle erinnern.“

Maler/Lackierer oder Fahrzeuglackierer?

So wird man Maler und Lackierer:

Maler und Lackierer der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung gestalten, beschichten und bekleiden Innenwände, Decken, Böden und Fassaden von Gebäuden. Sie halten Objekte aus den unterschiedlichsten Materialien instand oder geben ihnen durch farbige Beschichtungen eine neue Oberfläche. Sie finden Beschäftigung in Betrieben des Maler- und Lackiererhandwerks, im Stuckateur-Gewerbe und bei Hochbaufirmen. Maler und Lackierer ist ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk.

So wird man Fahrzeuglackierer:

Fahrzeuglackierer beschichten und gestalten Fahrzeuge, Aufbauten und Spezialeinrichtungen mit Lacken, Beschriftungen und Signets. Sie schützen Oberflächen durch geeignete Konservierungsmaßnahmen oder setzen sie instand. Fahrzeuglackierer finden Beschäftigung in Fachwerkstätten für Fahrzeuglackierung, in Unternehmen des Fahrzeugbaus, in Werkslackierereien des Maschinen- und Anlagenbaus oder auch im Schiffs- und Bootsbau sowie im Bau von Schienenfahrzeugen. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Von Thorsten Eckert