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Die sächsische Muttersprache: Kennen Sie alle Volkswörter aus Sachsen? | Teil 1

Die sächsische Sprache könnte vielfältiger nicht sein. Kennen Sie alle Redewendungen und Wörter?

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- Kommentar vom Städtischen Bestattungswesen Meißen -

Viele Wörter, gesprochen aus dem Munde des Volkes, haben oftmals eine ganz andere Bedeutung als das geschriebene Wort. So kommt es heute eben noch immer vor, dass sich Wanderer aus einer fernen Stadt wundern, wenn sie der einheimische Sachse durch einen Busch, anstatt durch den Wald schickt, obwohl man ja tatsächlich gerade einen Wald durchwandert. Warum ist das so? Wurden die Wandersleute etwa absichtlich falsch geleitet? Keinesfalls! Während man zum Beispiel im Raum Leipzig tatsächlich eher das Wort Wald benutzt, spricht man in einigen Regionen umgangssprachlich eher vom Busch oder man geht durch das Holz. Im Vogtland kann man für den Begriff Wald aber auch noch das Wort Loch öfters hören. Dort wo die ältere Aussprache erhalten blieb, trifft man heute auch noch auf Begriffe wie Lochmühle oder Lochhäuser. Die sächsischen Mundarten stehen somit anderen Regionen kaum nach. Ob im Gebirge oder auch im „Niederland“, überall wird man regional geprägte Wörter antreffen.

Lassen Sie uns doch heute einmal einen kleinen Ausflug in die Welt unserer sächsischen Muttersprache unternehmen. Wem solche Worte noch immer bekannt sind und wer sie stets gebraucht, der wird sich ab und an darüber wundern, welche Wirkungen und Schlussfolgerungen er damit bei seinem Gegenüber, das beispielsweise aus dem Raum Hannover kommt, auslösen kann. Bezeichnet also eine betagte Dresdnerin ihren momentanen Zustand als ärmlich, so sagt das jedoch rein gar nichts über ihre finanzielle Lage aus, sondern sie meint damit ihren augenblicklichen Gesundheitszustand. Wer sich ärmlich fühlt, der ist in Sachsen eben meist körperlich matt und schwach. Und schon beginnen die Verwirrungen, die oft sehr komisch sein können. Wer an einem kühlen Sommertag ein Huschelchen oder einen Husch in die Stube macht, der heizt eigentlich ein wenig den Ofen ein, damit es etwas schaurig wird. Mit Schauer muss also nicht zeitgleich ein kurzer Regenguss gemeint sein, sondern in diesem Falle liegt dem mittelhochdeutschen Wort schaurig eher schorn = antreiben (das Feuer) zugrunde.

Oder nehmen wir das bedeutsame Wort Arbeit. Gerade im sächsischen gibt es dazu unzählige Redewendungen und Ausdrücke. Jedoch was wären die Sachsen ohne ihren gutmütigen Humor, wenn sie nicht täglich, ihre immer wieder zu Unrecht belächelte Volkssprache gebrauchen und pflegen würden? Nein, echte Sachsen werden ihre Muttersprache nicht „anpassen“. Sie werden sich mehr an der unvergessene Lene Voigt orientieren und sagen: Nu grade! Doch zurück zur Arbeit. Überall kann man noch heute völlig andere Bezeichnungen für den Begriff Arbeit finden. Meist leiten sich dann die Redewendungen von den Begriffen Mühsal, Not oder sogar als drückende Last ab. Arbeiten ist nun einmal kein Frönen. So muss man eben auch noch heute viel würgen (wärschen) und placken. Man rammelt oder workst dann ehm bis tief in die Nacht ‘nein. Zum Feierabend hatte man also nichts erarbeitet, sondern alles wurde erwärscht. Dazu hatte man sich auch noch besudelt, was eigentlich früher für „sich mit Jauche begießen“ stand. Wer schlechte Arbeit bringt, der hat sich zwar geschurigelt (zwecklos geplagt), er hat aber auch gleichzeitig „gearbeitet wie ein totes Pferd“.

Sich abrackern oder abschindern heißt nichts anders als sich abschinden. Im eigentlichen Sinne stammt das Wort vom „Racker“ ab. So nannte man vielerorts den Henkersknecht, also den Schinder. Somit erklärt sich der Schinder auch als Schimpfwort. Früher sprach man im guten Sinne von den Feldrackern, also von den unverdrossenen und nie ruhenden fleißigen Feldarbeitern. Nicht selten wurde dort gearbeitet, dass die Schwarte knackt, das heißt dass die Haut aufplatzte. Das „Arbeiten bis die Schwarte knackt“, ist auch heute noch oft zu hören und als Redewendung im Gebrauch.

Reiner Graff / numiscontrol

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