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Entdeckung der Langsamkeit

Riesenschildkröten können über 200 Jahre alt werden. Im Zoo Dresden kommen sich Besucher ihnen jeweils an den Freitagen in den Sommerferien ganz nahe.

Tierpflegerin Lucia Schiecke und ihr Kollege Michael Scheffert kümmern sich um die drei Riesenschildkröten im Zoo Dresden namens Hugo 2, Hugo 3 (im Bild) und Hugo 4.
Tierpflegerin Lucia Schiecke und ihr Kollege Michael Scheffert kümmern sich um die drei Riesenschildkröten im Zoo Dresden namens Hugo 2, Hugo 3 (im Bild) und Hugo 4. © Foto: Thorsten Eckert

Hugo 2 streckt seinen Kopf nach oben. Ganz. Lang. Sam. Denn am Tor klappert der Schlüssel von Tierpfleger Michael Scheffert. Es ist der erste Ferienfreitag, kurz nach 11 Uhr: Gut zehn Kinder und Erwachsene haben sich zum Tierpflegertreff am Riesenschildkrötengelände eingefunden, um mehr über die alten, sanften Reptilien zu erfahren und ihnen einmal ganz nahe kommen zu können. „Bitte nur vorsichtig und langsam von vorn nähern, nicht ins Gesicht fassen und auf die Füße achten. Hugo 2 wiegt 113 Kilo – die wollen Sie nicht auf Ihren Zehen haben“, belehrt Michael Scheffert die Besucher. Dann dürfen sie durch das geöffnete Tor in das Reich der drei Hugos eintreten. Hugo 2, der geselligste Vertreter der Dresdner Riesenschildkröten, erwartet sie schon fast ungeduldig – wenn man diese Eigenschaft einer Schildkröte überhaupt zuschreiben darf, dann wohl ihm: „Er liebt es, gekrault zu werden, im Gegensatz zum Beispiel zu Hugo 4“, erzählt Lucia Schiecke.

Dreifach "Hugo"

Die Besucher können Hugo 2 nun von Nahem bestaunen und fotografieren. Majestätisch streckt er seine muskulösen Beine durch und seinen dicken, festen Panzer damit nach oben. „Damit zeigt er sein Interesse“, sagt die junge Tierpflegerin, die hier direkt nach ihrer Ausbildung im Revier begonnen hat und sehr glücklich ist: „Ich mag die Hugos, die haben Persönlichkeit und entwickeln sich weiter.“

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Warum eigentlich der Name Hugo? „Das ist Tradition und hat sich lange vor unserer Zeit ergeben“, sagt Michael Scheffert. Bereit seit den 70er Jahren leben Aldabra-Riesenschildkröten unter diesen Namen hier. Hugo 4 ist der älteste der drei und kann auf stolze 75 Lebensjahre zurückschauen – dennoch ist er fast noch ein Jungspund, denn die Tiere können sogar 200 Jahre und noch älter werden. Ihre ruhige Art und die langsamen Bewegungen wirken sich auch auf die Besucher und Pfleger aus – hier entdeckt man die Langsamkeit in einer ihrer schönsten Formen. Und natürlich erfährt man beim Plaudern mit den Pflegern noch viel Wissenswertes: Zum Beispiel, dass die Hugos keine Zähne, dafür aber sehr kräftige Kauplatten haben, mit denen sie im Winter gern auch mal Möhren verputzen. Im Sommer hingegen sind sie ganz leise und genügsame „Rasenmäher“ und futtern sich auf der großen Wiese an Gras, Klee und Kräutern satt. Mit dem Umzug ins neue Orang-Utan-Haus werden sie dann eine Anlage erhalten, auf der sie die Besucher ganzjährig sehen können. Derzeit verbringen sie den Winter im nicht einsehbaren Innengehege.

Hinweis: Weitere Ferientreffpunkte jeweils 11 Uhr: Montag Flamingovoliere, Dienstag Löwe, Mittwoch Giraffe, Donnerstag Erdmännchen.

Kontakt und weitere Informationen

Zoo Dresden GmbH
Tiergartenstraße 1
01219 Dresden

Telefon 0351 - 47 80 60
[email protected]
www.zoo-dresden.de

Hier geht es zur Zoowelt auf sächsische.de