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Grünes Netzwerk

Das Weiterbildungsangebot von CIPSEM schult seit über 40 Jahren Menschen aus aller Welt in Umweltfragen. Die vielen Absolventen helfen ihren Ländern.

Dr. André Lindner ist eigentlich Biologe und arbeitet heute als Dezernent des Bereichs Bau und Umwelt der TU Dresden. Seit vielen Jahren lehrt er aber auch im Projekt CIPSEM und ist als Koordinator dieses besonderen Programms tätig.
Dr. André Lindner ist eigentlich Biologe und arbeitet heute als Dezernent des Bereichs Bau und Umwelt der TU Dresden. Seit vielen Jahren lehrt er aber auch im Projekt CIPSEM und ist als Koordinator dieses besonderen Programms tätig. © Foto: Thorsten Eckert

Als im Dezember 2015 insgesamt 195 Länder das Pariser Klimaabkommen unterzeichneten, war die TU Dresden mit dabei. Nicht direkt, aber vertreten durch Menschen, die Teil eines ganz besonderen Programms der Hochschule waren und sind. Das „Centre for International Postgraduate Studies of Environmental Management“, kurz CIPSEM, unterstützt mit seinem Weiterbildungsangebot Experten, die im Umweltbereich tätig sind und in Entwicklungs- und Schwellenländern leben. Jedes Jahr findet ein sechsmonatiger Kurs im Bereich Umweltmanagement für internationale Teilnehmer statt. „Da sitzt der Jurist neben der Managerin oder der Biologin“, schildert es CIPSEM-Koordinator Dr. André Lindner. Es sind Menschen, die in ihren Ländern etwas bewegen wollen.

Erfolgsprojekt wurde schon in der DDR gegründet

Onlinetermin mit der Welt: Am Bildschirm trifft sich Lindner diesmal mit drei Absolventinnen. Die gebürtige Argentinierin Josefina Achaval Torre arbeitet heute in Oslo für ein internationales Forschungsprogramm zu den Themen Wasser, Land und Ökosysteme in Entwicklungsländern. Hasmik Barseghyan aus Armenien ist aktuell Präsidentin des Europäischen Jugendparlaments für Wasser. Die Inderin Urvana Menon ist für den WWF in Myanmar tätig. „Wir sehen auch an diesen Beispielen: Unsere Absolventen bekleiden Schlüsselpositionen und können etwas bewegen“, kommentiert es Lindner. Die jungen Frauen berichten von ihren Jobs. „CIPSEM hat mir auf meinem beruflichen Weg sehr geholfen“, erzählt Josefina Achaval Torre. Nicht nur die abwechslungsreichen Kursinhalte oder die Exkursionen seien dafür der Grund gewesen. „Ich konnte mich mit Menschen aus anderen Ländern zu den Themen austauschen, viele Kontakte halten bis heute. Das hilft mir immer wieder.“ Bereits 1977 wurde CIPSEM an der TU Dresden gegründet, als Beitrag zum damals neu entstandenen Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Nach der Wiedervereinigung übernahm das Bundesumweltministerium das Programm und unterstützt es jedes Jahr mit fast 800.000 Euro. Über 2.500 Alumni haben das Postgraduierten- programm in diesen über 40 Jahren schon durchlaufen. Sie leben heute in 145 Ländern dieser Welt. „Wir haben damit ein unglaublich tolles Netzwerk aus Menschen geschaffen, die Experten für Umweltfragen in den südlichen Ländern der Erde sind“, sagt André Lindner.

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Den Blick fürs Große und Ganze weiten

Umweltfragen global zu denken, darauf käme es jetzt an, ist der CIPSEM-Koordinator überzeugt. Nur so bestünde eine Chance, die Herausforderungen durch den Klimawandel zu meistern. Dass das Wissen und die Ansichten der Teilnehmer dazu auch in deutschen Köpfen etwas bewegen können, zeigt eine Anekdote, die Lindner gern erzählt. Während einer Exkursion nach Dessau berichtete ein Vertreter des Umweltbundesamtes den CIPSEM-Teilnehmern, dass Europa in Sachen Diesel-Abgase auf einem guten Weg wäre. „Ein junger Mann aus Afrika fragte ihn dann, ob ihm klar wäre, wo die alten Dieselfahrzeuge hinkommen.“ Der Behördenmitarbeiter stockte. „Die fahren dann nämlich in Afrika rum.“

Jana Mundus