Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Anzeige

Löbau und Zittau pflegt

Immer mehr der etwa 8.000 Pflegebedürftigen im Landkreis werden zu Hause betreut. Diese Entwicklung hat auch die Politik erkannt, die seit Januar verstärkt ambulante Pflegedienste und pflegende Angehörige unterstützt.

 3 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
© stock.adobe.com © Pixel-Shot

Die Aussage hatte für reichlich Wirbel gesorgt: "Vor allem für schwerstpflegebedürftige Menschen wird es immer schwerer, einen Pflegeplatz zu bekommen," so Bernd Meurer, der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). Der Grund hierfür ist klar: Diese Betroffenen benötigen besonders viel Pflegeaufwand, doch es fehlt an ausreichend Personal. Heime bevorzugen daher häufig Bewohner mit geringerem Pflegeaufwand.

Personalmangel auch in Ostsachsen

Auch in Ostsachsen ist der Personalmangel ein großes Thema. Viele Heime in der Region setzen zunehmend auf Leiharbeit, um kurzfristige Engpässe zu überwinden. Obwohl Zeitarbeit in Sachsen laut Arbeitsagentur nur 2,3 Prozent aller Jobs ausmacht, steigt die Zahl der Leiharbeitskräfte im Sozial- und Pflegebereich kontinuierlich. Fast jeder zehnte sächsische Leiharbeiter ist in der Altenpflege tätig.

Diese Entwicklung bringt jedoch nicht nur Flexibilität. Zeitarbeitsfirmen werben teilweise Personal aus Heimen ab und bieten höhere Gehälter an, was die Leiharbeit für Heime teurer macht als eigenes Personal. Das Bundesgesundheitsministerium plant daher Maßnahmen, um das Abwerben von Personal aus Altenheimen durch Leiharbeitsfirmen zu erschweren.

Zukünftiger Bedarf an Pflegekräften

Das allein Leiharbeit den Fachkräftemangel in der Pflege lösen kann, glaubt niemand. Laut Statistischem Bundesamt werden bis zum Jahr 2049 deutschlandweit zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte fehlen. Bis dahin werden voraussichtlich 2,15 Millionen Pflegekräfte benötigt. Auch das sächsische Sozialministerium prognostiziert, dass in den nächsten zehn Jahren rund 5.000 Pflegestellen im Freistaat unbesetzt bleiben werden.

Umschulungen und ausländische Pflegekräfte

Die Arbeitsagentur setzt in der Region zwischen Döbeln, Dresden und Zittau verstärkt auf Umschulungsangebote. Zudem werden zunehmend ausländische Pflegekräfte hierzulande einen Job finden. Auch die Pflege zu Hause gewinnt immer mehr an Bedeutung. Schon jetzt übernehmen Angehörige und ambulante Pflegedienste verstärkt die Pflege. Seit Jahresbeginn 2024 wird dieser Bereich aus den Pflegekassen und vom Bund deutlich stärker finanziell unterstützt als zuvor.

Das ist neu in 2024

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigte im Dezember an, dass ab 2024 rund fünf Milliarden Euro pro Jahr investiert werden, um die Pflege zu Hause zu erleichtern und Heimkosten zu unterstützen. Hier die wichtigsten Neuerungen:

  • Begrenzung der Eigenanteile in der Pflege: Pflegebedürftige im Heim werden schon ab dem ersten Betreuungsjahr finanziell entlastet. Die Pflegekasse übernimmt einen Teil des pflegebedingten Eigenanteils, beginnend mit 15 Prozent im ersten Jahr bis zu 75 Prozent ab dem vierten Jahr.
  • Erhöhung der Leistungen für häusliche Pflege: Das Pflegegeld und die Finanzierung für ambulante Pflege- und Betreuungsdienste wurden um fünf Prozent erhöht. Eine weitere Erhöhung des Pflegegeldes um 4,5 Prozent ist für den 1. Januar 2025 geplant.
  • Pflegeunterstützungsgeld: Angehörige, die einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen unterstützen, haben Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld für bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr.
  • Vereinfachungen für schwerstpflegebedürftige unter 25 Jahren: Verbesserungen bei der Verhinderungspflege ermöglichen eine bis zu achtwöchige Vertretung pro Kalenderjahr. Zudem können Mittel der Kurzzeitpflege vollständig für die Verhinderungspflege umgewidmet werden.
  • Stärkung der Auskunftsansprüche: Pflegebedürftige können halbjährlich eine Übersicht über ihre in Anspruch genommenen Leistungen und deren Kosten anfordern, die verständlich aufbereitet sein muss.

Diese Maßnahmen zeigen, dass die Politik auf die Herausforderungen in der Pflege reagiert und versucht, die Situation für Betroffene und ihre Angehörigen zu verbessern.

Ihre Partner in der Nähe

Quelle und Informationen: web www.bundesgesundheitsministerium.de