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Unsere Natur im Wandel: Eine Ausstellung in Gotha rüttelt auf

Die Jahresausstellung der Friedenstein Stiftung Gotha, „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“, widmet sich den sichtbaren Veränderungen unserer Umwelt.

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Eindrücke aus der Jahresausstellung „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“.
Eindrücke aus der Jahresausstellung „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“. © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Boris Hajdukovic

Hitzetage, Dürren, Waldbrände und Überschwemmungen – die Anzeichen des Klimawandels sind allgegenwärtig. Katastrophenmeldungen dominieren die Medien. Immer mehr Menschen engagieren sich, demonstrieren und versuchen, ihre Lebensgewohnheiten anzupassen. Doch wie kann das gelingen?

In Gotha, Thüringen, widmet sich eine Ausstellung diesen Fragen: „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“. Die Schau verdeutlicht anschaulich und unterhaltsam, warum und in welchem Ausmaß unsere heimischen Lebensräume geschädigt sind. Sie zeigt auch mögliche Wege zur Verbesserung auf.

Eindrücke aus der Jahresausstellung „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“.
Eindrücke aus der Jahresausstellung „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“. © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Boris Hajdukovic
Eindrücke aus der Jahresausstellung „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“.
Eindrücke aus der Jahresausstellung „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“. © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Boris Hajdukovic
Eindrücke aus der Jahresausstellung „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“.
Eindrücke aus der Jahresausstellung „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“. © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Boris Hajdukovic

Ein globales Thema auf lokaler Ebene

Die Jahreshauptausstellung der Friedenstein Stiftung Gotha ist bis zum 27. Oktober 2024 im Herzoglichen Museum Gotha zu sehen. Sie behandelt ein globales Thema auf lokaler Ebene und beleuchtet auch gesellschaftspolitische Aspekte. Besucher*innen werden auf eine Reise durch die Veränderungen der heimischen Landschaften und Ökosysteme mitgenommen. Dr. Christian Göcke, Kurator der Ausstellung, betont, dass nicht allein der Klimawandel für die spürbaren Veränderungen verantwortlich ist.

Hochstubben: Borkenkäfer zerstören die heimischen Wälder. Ursache sind vielerorts die anfälligen Monokulturen in Verbindung mit der Änderung der klimatischen Bedingungen, die sich als günstig für den Schädling erweisen.
Hochstubben: Borkenkäfer zerstören die heimischen Wälder. Ursache sind vielerorts die anfälligen Monokulturen in Verbindung mit der Änderung der klimatischen Bedingungen, die sich als günstig für den Schädling erweisen. © Luftaufnahmen Thüringen Forst, Foto: Jan Böhm
Hochstubben: Borkenkäfer zerstören die heimischen Wälder. Ursache sind vielerorts die anfälligen Monokulturen in Verbindung mit der Änderung der klimatischen Bedingungen, die sich als günstig für den Schädling erweisen.
Hochstubben: Borkenkäfer zerstören die heimischen Wälder. Ursache sind vielerorts die anfälligen Monokulturen in Verbindung mit der Änderung der klimatischen Bedingungen, die sich als günstig für den Schädling erweisen. © Luftaufnahmen Thüringen Forst, Foto: Jan Böhm
Die Drei Gleichen: Kulturlandschaft die seit Jahrhunderten durch den Menschen gestaltet /geprägt wird, das als „schöne Natur“ wahrgenommene ist von Menschen gemachte Landschaft – Monokultur des Rapsfeldes, Bagger errichten Straßen/Wälle/etc.
Die Drei Gleichen: Kulturlandschaft die seit Jahrhunderten durch den Menschen gestaltet /geprägt wird, das als „schöne Natur“ wahrgenommene ist von Menschen gemachte Landschaft – Monokultur des Rapsfeldes, Bagger errichten Straßen/Wälle/etc. © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Wolfgang Hock
Die Drei Gleichen: Kulturlandschaft die seit Jahrhunderten durch den Menschen gestaltet /geprägt wird, das als „schöne Natur“ wahrgenommene ist von Menschen gemachte Landschaft – Monokultur des Rapsfeldes, Bagger errichten Straßen/Wälle/etc.
Die Drei Gleichen: Kulturlandschaft die seit Jahrhunderten durch den Menschen gestaltet /geprägt wird, das als „schöne Natur“ wahrgenommene ist von Menschen gemachte Landschaft – Monokultur des Rapsfeldes, Bagger errichten Straßen/Wälle/etc. © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Wolfgang Hock

Was ist Natur? Biodiversität im Fokus

Die Ausstellung stellt die grundlegende Frage: Was ist Natur? Ein Zufluchtsort voller Harmonie und Erholung oder ein gefährlicher, unberechenbarer Ort? Ist der vermeintliche Urzustand der Natur, den viele wiederherstellen wollen, wirklich ursprünglich oder bereits vom Menschen geprägte Kulturlandschaft?

„S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“ beleuchtet das Tier- und Pflanzenreich und damit die Biodiversität, die Vielfalt der Arten und Ökosysteme. Themen sind seltene und gefährdete Arten sowie eingeschleppte Spezies, die die modernen Infrastrukturen nutzen und Ökosysteme bedrohen. Auch Kulturfolger wie Kaninchen, Spatz und Schwalbe, die sich in der Nähe des Menschen wohlfühlen, werden thematisiert.

Purpur-Knabenkraut
Eine seltene heimische Orchideenart, die an den Hängen der Drei Gleichen wächst.
Purpur-Knabenkraut Eine seltene heimische Orchideenart, die an den Hängen der Drei Gleichen wächst. © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Wolfgang Hock
Schwarzer Feldhamster
Früher als Kulturfolger zu uns gekommen, mittlerweile eine gefährdete Art
Thüringen hat verhältnismäßig viele Hamster.
Schwarzer Feldhamster Früher als Kulturfolger zu uns gekommen, mittlerweile eine gefährdete Art Thüringen hat verhältnismäßig viele Hamster. © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Wolfgang Hock
Neben dem häufigeren bunt gefärbten Feldhamster gibt es auch fast gänzlich schwarze Feldhamster, deren Hauptverbreitungsgebiet in Thüringen liegt. Dadurch ergibt sich eine besondere Schutzverantwortung für die thüringischen Bestände. Aktuelle Vorkommen von schwarzen Feldhamstern sind in den Landkreisen Kyffhäuserkreis, Gotha, Sömmerda, Weimarer Land und Unstrut-Hainich-Kreis sowie in Weimar und Erfurt bekannt.
Neben dem häufigeren bunt gefärbten Feldhamster gibt es auch fast gänzlich schwarze Feldhamster, deren Hauptverbreitungsgebiet in Thüringen liegt. Dadurch ergibt sich eine besondere Schutzverantwortung für die thüringischen Bestände. Aktuelle Vorkommen von schwarzen Feldhamstern sind in den Landkreisen Kyffhäuserkreis, Gotha, Sömmerda, Weimarer Land und Unstrut-Hainich-Kreis sowie in Weimar und Erfurt bekannt. © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Wolfgang Hock
Apollofalter
in Thüringen mittlerweile bereits ausgestorben, europaweit stark gefährdet
Apollofalter in Thüringen mittlerweile bereits ausgestorben, europaweit stark gefährdet © Friedenstein Stiftung Gotha, Foto: Wolfgang Hock

Wechselwirkungen und Verantwortung

Ob Land oder Stadt, Wald oder Fluss – die meisten Landschaften in Deutschland sind Kulturlandschaften. Durch jahrhundertelange Bewirtschaftung haben Menschen die Umwelt gestaltet: Waldflächen zur Holzgewinnung, regulierte Flüsse, künstliche Seen. Auch moderne Einflüsse wie Windkraft- und Solaranlagen prägen die Landschaft.

Die Ausstellung zieht einen roten Faden von Wechselwirkungen und Veränderungen. Es ist eine Geschichte von Anpassung, Innovation und Verantwortung für die Umwelt. Themen sind unter anderem der Ausbau grüner Infrastruktur in Städten, der Schutz von Mooren und nachhaltige Verkehrssysteme.

Die Schau zeigt Maßnahmen auf globaler und nationaler Ebene und wirft einen Blick auf die Natur von morgen. Natur- und Artenschutz werden als wichtige Instrumente diskutiert, ebenso ihre Grenzen und Perspektiven.

Die Ausstellung offenbart auch die Schätze der Universalsammlung der Friedenstein Stiftung. Präparate wie die des Feldhamsters erzählen von ihrer Geschichte als Kulturfolger. Die Insektensammlung, die umfangreichste und wissenschaftlich bedeutendste Thüringer Sammlung des 19. Jahrhunderts, liefert wertvolle Informationen.

Interaktive Vermittlung

Mit Medienstationen und interaktiven Angeboten spricht die Ausstellung ein breites Publikum an. Eine Kinderebene macht zentrale Themen auch für junge Besucher*innen leicht zugänglich. „S.O.S. Grünes Herz. Unsere Natur im Wandel“ lädt ein, die eigene Vorstellung von Natur zu überdenken und sich den Herausforderungen des Naturschutzes zu stellen.

Kontakt

Friedenstein Stiftung Gotha

Schlossplatz 1
99867 Gotha

Telefon: 03621 8234-0

E-Mail: [email protected]

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