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Ob Maßschneiderin, Elektrotechniker oder Uhrmacherin: Junge Handwerker aus Sachsen messen sich jährlich erfolgreich mit den Besten aus ganz Deutschland.

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In njumii – das Bildungszentrum des Handwerks werden auch Maßschneider ausgebildet.
In njumii – das Bildungszentrum des Handwerks werden auch Maßschneider ausgebildet. © Foto: Handwerkskammer Dresden/André Wirsig

Im Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks „Profis leisten was“ (PLW) stellen junge Handwerker jährlich ihr Können unter Beweis. Im vergangenen Jahr haben sich zwei Handwerker aus dem Kammerbezirk Dresden gegen die Konkurrenz aus ganz Deutschland durchgesetzt und gewonnen: Charlotte Günz aus Meißen ist Deutschlands beste Maßschuhmacherin in der Fachrichtung Schaftbau, Martin Wonneberger aus Neustadt in Sachsen ist Deutschlands bester Schneidwerkzeugmechaniker.

Neben den zwei Bundessiegern erreichten drei Gesellen aus dem Kammerbezirk Dresden beim Bundeswettbewerb einen zweiten Platz, vier Handwerker wurden Drittplatzierte in ihrem Beruf. Hier erzählen drei von ihnen von ihrem Weg in ihren Traumberuf, der auch über njumii - das Bildungszentrum des Handwerks führte. Denn in dem modernen Komplex im Dresdner Norden finden im Rahmen der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung für viele Auszubildende theoretische und/oder auch praktische Unterrichtseinheiten statt:

Vom Chemie-Studium in die Uhrmacherschule

Miriam Engelke begann nach abgebrochenem Chemie-Studium eine Uhrmacher-Lehre und will nun noch ihren Meister machen.
Miriam Engelke begann nach abgebrochenem Chemie-Studium eine Uhrmacher-Lehre und will nun noch ihren Meister machen. © Foto: Gerhard D. Wempe GmbH & Co. KG

Miriam Engelke, 24 Jahre alt, ist schon rumgekommen in der Welt. Und fand letztlich in Glashütte den Weg in ihren Traumberuf. Als Jahrgangsbeste der Uhrmacherausbildung in Sachsen nahm sie beim Bundeswettbewerb 2021 teil und erreichte dort einen 3. Platz:

„Nach der zehnten Klasse bin ich ins Ausland gegangen, habe in England gelebt und dann in Schottland ein Chemie-Studium begonnen. Ich hatte mich schon immer für Naturwissenschaften interessiert, aber habe gemerkt, dass mir das Studium dann doch zu theoretisch war. Ich wollte lieber etwas mit den Händen machen und am Ende des Tages etwas geschaffen haben. Um ins Handwerk reinzuschnuppern, habe ich einen Bekannten, der Uhrmacher ist, mehrere Stunden bei seiner Arbeit begleitet. Das hat mich so begeistert und fasziniert, dass ich mich für eine Uhrmacher-Ausbildung beworben habe, die ich dann bei Wempe in Glashütte im Sommer 2021 absolviert habe. Mittlerweile arbeite ich in der Werkstatt des Betriebs in Hamburg und absolviere berufsbegleitend in njumii den Meisterkurs, denn ich möchte noch mehr wissen! Ich habe meine Entscheidung nie bereut, im Gegenteil. Von Anfang an habe ich mich immer wieder bestätigt gefühlt, empfinde in meiner Arbeit tiefe Befriedigung und Glück, das ich in meinem Studium nie hatte. Der Zusammenhalt in der Branche ist groß. Das hat sich auch beim Bundeswettbewerb und in meiner Meisterklasse gezeigt, wo ich viele tolle Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland kennengelernt habe.“

„Ein tolles Erlebnis“

Paul Jakob, 21 Jahre, Elektroniker in der Fachrichtung IT/Telekommunikationstechnik, wurde beim PLW-Wettbewerb zweiter Bundessieger. Durch den Leistungswettbewerb fand er das Vertrauen, gleich noch den Meistertitel anzupacken:

„Ich habe meine Ausbildung zum Elektroniker in der Richtung IT/Telekommunikationstechnik bei der Firma FAE in Heidenau absolviert. Nach meiner Gesellenprüfung 2021 wurde ich zu den Landesmeisterschaften und zum Bundeswettbewerb in Oldenburg eingeladen. Erst hatte ich gemischte Gefühle, denn schließlich lagen die Abschlussprüfungen gerade hinter mir – nun sollte ich also gleich wieder mein Können unter Beweis stellen? Aber genau das hat mich dann sehr gefreut: mich mit anderen messen zu können war ein tolles Erlebnis! Es war sehr anstrengend, aber hat auch Spaß gemacht, sich mit anderen auszutauschen und Freundschaften zu schließen. Ursprünglich wollte ich erst einmal Erfahrungen im Beruf sammeln und den Meister später machen. Der Leistungswettbewerb hat mich aber überzeugt, nicht lange zu warten, sondern gleich damit anzufangen. Mein Lehrbetrieb hat mich übernommen und ermöglicht es mir nun auch noch, die Meisterausbildung in Vollzeit zu absolvieren. Dafür bin ich echt dankbar!“

„Nähen ist auch Arbeit an der Seele“

Clarissa Wulff-Woesten absolvierte im Rahmen ihrer Ausbildung zur Maßschneiderin bei njumii u.a. einen Kurs zum Thema Herrenhosen und Corsagen.
Clarissa Wulff-Woesten absolvierte im Rahmen ihrer Ausbildung zur Maßschneiderin bei njumii u.a. einen Kurs zum Thema Herrenhosen und Corsagen. © Foto: Handwerkskammer Dresden/André Wirsig

Clarissa Wulff-Woesten ist 22 Jahre alt und hat schon als Kind gern genäht. Ihren Traumberuf Maßschneiderin/Fachrichtung Damen lernte sie in der Kostümwerkstatt der Semperoper in Dresden und wurde zweite Bundessiegerin:

„Ich habe mit der Ausbildung direkt nach dem Abitur begonnen. Als Kind hatte ich einige Komparsenrollen an der Semperoper und habe die tollen Kostüme immer bewundert. Das wollte ich auch selber nähen können! Später kam hinzu, dass ich auch gern Sachen für mich selbst nähen wollte und habe gemerkt, was das für ein tolles Gefühl ist, wenn einem Sachen wirklich richtig gut passen. Das hat mich zu meiner Ausbildung geführt. Als Gesellenstück habe ich einen Hosenanzug mit Stilelementen eines Herren-Smokings für mich genäht, den ich auch in Zukunft bei festlichen Anlässen tragen werde. Das hat mir gezeigt: Nähen ist mehr als das Arbeiten mit Stoff. Es ist Arbeit an der Seele, denn es kann Menschen helfen, sich besser zu fühlen. Zudem ist mir die Bewahrung der traditionellen Handwerkstechniken wichtig. Jetzt möchte ich erst einmal praktische Erfahrung sammeln, bevor ich eventuell einen Meisterkurs oder ein Studium anschließe."

"Hervorragende Karrieremöglichkeiten"

Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, lobt die Gesellen des Handwerks aus der Region: „Ihre Leistungen zeigen welche hohe Qualität das Handwerk hier vor Ort hat. Sie machen außerdem deutlich, welche hervorragenden Karrieremöglichkeiten das Handwerk bietet.“

Kontakt und weitere Informationen

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Handwerkskammer Dresden

Am Lagerplatz 8
01099 Dresden
Tel.: 0351-4640100
[email protected]

Informationen zu den nächsten Kursen und Terminen gibt es auf www.njumii.de/Kurssuche

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