Anzeige

Leidenschaftlicher Beobachter

Zuchtmännchen Toni kam als reichlich einjähriges Jungtier in den Zoo Dresden und feiert am 13. Dezember seinen 30. Geburtstag.

Geschützter Kontakt durch die Scheibe: Tierpflegerin Sylvia Pohle mit Orang-Utan-Männchen Toni
Geschützter Kontakt durch die Scheibe: Tierpflegerin Sylvia Pohle mit Orang-Utan-Männchen Toni © Foto: Steffen Unger

Äußerlich „ein Bild von einem Mann“, ist der Dresdner Orang-Utan Toni ein eher sanftes und sensibles Gemüt. „Er will vor allem seine Ruhe haben und beobachten“, sagt Tierpflegerin Sylvia Pohle. Wenn Sprössling Dalai zu sehr neckt und nervt, geht Toni ihm am liebsten aus dem Weg. Was nicht heißt, dass das stattliche Zuchtmännchen nicht auch mal einen gehörigen Brüller loslassen kann.

Tonis Hauptinteresse, so Sylvia Pohle, gilt ohnehin den Menschen, die er sehr aufmerksam betrachtet; egal, ob Tierpfleger, Gelegenheits- oder Stammbesucher. „Wen er häufiger sieht, den erkennt er wieder. Manche Leute gefallen ihm, andere nicht.“ Und der intelligente Affe registriere jede Veränderung. „Die Zeit der coronabedingten Zooschließung hat ihm sehr zugesetzt. Er vermisste die Menschen und gibt mir wohl noch heute die Schuld daran.“ Ganz so innig wie früher sei das Verhältnis leider nicht mehr.

Anzeige
Die Neuen in Schwarz-Gelb
Die Neuen in Schwarz-Gelb

Drei kleine Feuersalamander leisten bald einem ausgewachsenen Exemplar im Zoo unter der Erde Gesellschaft.

Mit Flasche und Windeln

Sylvia Pohle betreut den Orang-Utan, seit er im März 1993 aus Budapest in den Zoo Dresden kam. Nach dem Tod seiner Mutter war er von Menschen aufgezogen worden – was sein großes Interesse an den Besuchern erklärt. „Der damals 15 Monate alte Toni trug Windeln und hatte zum Teil noch die Flasche bekommen“, erinnert sich die Tierpflegerin. „Wir mussten erst mal einen Affen aus ihm machen.“ In einem separaten Käfig wurden ihm zunächst die Windeln ab- und feste Nahrung angewöhnt, dann lernte er endlich Artgenossen kennen.

Die beiden gleichaltrigen Weibchen Daisy und Dunja waren ideale Spielgefährten für den kleinen Toni. Weil es damals noch keine Außenanlage gab, ging Sylvia Pohle oft mit dem Trio im nichtöffentlichen Bereich des Zoos spazieren. „Die Mädels kletterten schon auf Bäume und kamen auf Befehl wieder herunter. Toni schaffte es bei seinem ersten Versuch nach oben, traute sich aber nicht zurück.“ Also musste die Tierpflegerin ins Geäst steigen und dem Affen zeigen, was er zu tun hatte. „Nach zwei-, dreimal Üben hatte er den Bogen dann raus.“

Der heute 30-jährige Toni als Jungtier
Der heute 30-jährige Toni als Jungtier © Foto: Zoo Dresden/Sylvia Pohle

Erster Nachwuchs: Djasinga

Zwar haben Orang-Utans eine vergleichsweise lange Kindheit, doch mit acht bis zehn Jahren werden auch sie erwachsen und geschlechtsreif. Lange Zeit glaubten viele im Zoo, bei Toni eine besondere Vorliebe für Dunja zu erkennen – doch Sylvia Pohle kannte ihren Schützling besser. „Dunja war viel zu dominant“, sagt sie. „Toni musste es ertragen, dass sie regelmäßig zur Beruhigung an seinem Finger nuckelte.“ Als Dunja an einen schwedischen Zoo abgegeben wurde, sei Toni regelrecht aufgeblüht. Mit Daisy zeugte er seinen ersten Nachwuchs: die 2003 geborene Djasinga.

Inzwischen ist Toni vierfacher Vater – und erwies sich immer als sanft und nachsichtig gegenüber Kindern und Partnerin. Nicht zuletzt deshalb kann er auch noch sechs Jahre nach der Geburt seines jüngsten Sprösslings Dalai mit ihm und Daisy als Familie zusammenleben. Sylvia Pohle hält ebenfalls engen Kontakt zu ihm, auch wenn er ihr nicht mehr wie einst die Hand auf die Schulter legt.

Am 13. Dezember feiert das Zuchtmännchen seinen 30. Geburtstag: als Geschenk gibt es voraussichtlich eine Gemüsetorte. Und der nächste Meilenstein in seinem Leben ist bereits in Sicht. Neben dem jetzigen Domizil dreht sich der Baukran für das neue Orang-Utan-Haus, in dem er und seine Artgenossen deutlich mehr Platz haben werden. Für Toni selbst ist wohl vor allem die größere Höhe interessant: Denn er kann sich künftig optimale Aussichtspunkte suchen, um seiner Beobachtungsleidenschaft zu frönen. „Vielleicht werden er und Daisy dann auch noch mal Eltern“, hofft Sylvia Pohle.

Spenden für das Orang-Utan-Haus

Mit einer geplanten Investitionssumme von 17 Millionen Euro ist das neue Orang-Utan-Haus das größte Bauprojekt in der Geschichte des Zoo Dresden. Zehn Prozent der Bausumme sollen spendenfinanziert werden. Daher bittet der Zoo herzlich um Unterstützung. Gespendet werden kann hier online oder per Überweisung auf das folgende Konto:

Zoo Dresden GmbH
IBAN DE66 8505 0300 0225 8174 38
BIC OSDDDE81XXX
Ostsächsische Sparkasse Dresden

Kontakt und weitere Informationen

Zoo Dresden GmbH
Tiergartenstraße 1
01219 Dresden

Telefon 0351 - 47 80 60
[email protected]
www.zoo-dresden.de

Hier geht es zur Zoowelt auf sächsische.de