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Tierporträt: Die Wollaffen

Die geselligen Baumbewohner haben bei der Abstimmung zum Tier des Monats August die meisten Stimmen erhalten.

Wollaffenweibchen Quincy erkundet die Außenanlage am Prof. Brandes-Haus.
Wollaffenweibchen Quincy erkundet die Außenanlage am Prof. Brandes-Haus. © Foto: Thorsten Eckert

Quincy benimmt sich gern wie eine Diva: Wenn ihr etwas nicht passt, stößt die Wollaffendame durchdringende Schreie aus. „Beim Fressen ist sie langsam und mäklig“, sagt Tierpflegerin Nicole Brzoska. „Wir müssen aufpassen, dass sie genügend wichtige Nährstoffe bekommt.“Ganz anders ihr jüngerer Artgenosse Ricardo. Er ist wilder und weniger wählerisch – und würde Quincy am liebsten nicht viel Futter übrig lassen. Das besteht im Zoo vor allem aus Blättern, Gemüse, Nüssen, Insekten, Sojaklößen und Pellets. „Süßes Obst gibt es selten und nur aus der Hand“, so Nicole Brzoska. „Und wie alle Blätterfresser brauchen die Wollaffen Lehm zur Entgiftung des Magens.“

Auf „Futtersuche“

Mit Futter werden die Tiere nicht nur ernährt, sondern auch beschäftigt: Die Pfleger füllen Teile davon in Kunststoffkugeln, Säcke und Kisten, die sie an immer neuen Stellen an den Klettergelegenheiten aufhängen. Denn die aus Südamerika stammenden Wollaffen sind Baumbewohner und können sich – auch dank ihres kräftigen Greifschwanzes – ausgesprochen elegant in der Höhe bewegen. Bei der „Futtersuche“ ist die 30-jährige Quincy die Pfiffigere. Im Zoo Apenheul in den Niederlanden, wo sie bis 2014 lebte, war Quincy „Chefin“ einer größeren Wollaffen-Gruppe.

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Drei Fragen an Zookasper Stefan Flinner
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Stefan Flinner feierte am 1. Juli sein 30-jähriges Bühnenjubiläum als Zookasper im Zoo Dresden.

Ricardo kam mit drei anderen jungen Männchen 2010 aus einer „Beschlagnahme“ in den Zoo Dresden und lebte eine Weile allein, nachdem die anderen aus unbekannter Ursache gestorben waren. Weil Wollaffen gesellige Tiere sind, war Quincy ein großer Gewinn für den einsamen Artgenossen. „Die beiden verstehen sich prächtig“, sagt die Tierpflegerin, „auch wenn sie keinen Nachwuchs haben werden.“ Quincy könne wegen eines anatomischen Problems keine Jungtiere mehr bekommen.Da ihre Haltung sehr anspruchsvoll ist, gibt es Wollaffen übrigens nur in wenigen europäischen Zoos. In menschlicher Obhut können die großen Primaten bis zu 40 Jahre alt werden.

Kontakt und weitere Informationen

Zoo Dresden GmbH
Tiergartenstraße 1
01219 Dresden

Telefon 0351 - 47 80 60
[email protected]
www.zoo-dresden.de

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