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Apogepha schließt Standort

Zum Jahresende soll für die Produktionsstätte der Pharmafirma in Lockwitz Schluss sein. 49 Mitarbeiter erhalten eine Kündigung – aber der Standort in Striesen wird jetzt ausgebaut.

© PR

Von Bettina Klemm

Dresden. Betroffenheit und Enttäuschung in den Gesichtern der Mitarbeiter. Am vergangenen Freitag haben sie kurz vor Feierabend erfahren, dass die Firma Apogepha Arzneimittel GmbH keinen Käufer für den Produktionsstandort in Dresden-Lockwitz gefunden hat.

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Seit fünf Monaten wissen sie, dass sich der Pharmahersteller von seinem Produktionsstandort trennen werde. Seither sahen sich immer wieder Interessenten die modernen Produktionshallen an. Die Hoffnung auf einen Käufer war groß. Umso enttäuschter sind die Mitarbeiter nun. „Ziel der Geschäftsführung war es, einen großen Teil der Arbeitsplätze in der Herstellung zu erhalten, dies ist uns bis zum heutigen Tag nicht gelungen. Und leider liegen derzeit keine Anhaltspunkte vor, dass sich in den nächsten Wochen beziehungsweise Monaten daran etwas ändern wird“, sagt Geschäftsführer Markus Bauer.

Er hat mit mehreren Unternehmen verhandelt, konnte aber letztlich keinen Vertrag schließen. Deshalb müsse nun die Schließung der Produktionsstätte zum 31. Dezember 2018 vorbereitet werden. Bis zu diesem Zeitpunkt haben alle Mitarbeitern eine Beschäftigungsgarantie erhalten. Die Apogepha hatte Ende März insgesamt 200 Mitarbeiter.

Ein im Vorfeld von Betriebsrat und Geschäftsführung besprochener Sozialplan kommt nun zum Tragen. Er sieht im Einzelnen vor: Befristete Verträge mit 15 Mitarbeitern werden nicht verlängert. Mit vier Angestellten hat Apogepha bereits individuelle Ruhestandsvereinbarungen getroffen. 49 Angestellten in der Produktion muss nun gekündigt werden. Von ihnen sind jedoch neun im rentennahen Alter. Mit ihnen können noch Vorruhestandsregelungen getroffen werden.

13 Mitarbeiter, die unter anderen für Entwicklung und für Qualitätssicherung sowie für Qualitäts- und Liefermanagement zuständig sind, wechseln an den Hauptstandort in der Kyffhäuserstraße. Im Haupthaus wird zusammengerückt, mehrere Räume werden zu Büros umgebaut, erklärt Marketingleiterin Steffi Liebig.

Für die Apogepha Arzneimittel GmbH heißt es jetzt auch, die Fertigung der eigenen urologischen Produkte zu neuen Herstellern in Deutschland zu überführen. Auf diesem Spezialgebiet ist das Dresdner Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 40 Millionen Euro weltweit aktiv. Auch künftig wird es sich auf die Entwicklung, das Marketing und den Vertrieb urologischer Arzneimittel konzentrieren. Apogepha bekenne sich als hiesiges Traditionsunternehmen auch künftig zum Standort Dresden, versichert Liebig.

Die Produktionsstätte in Lockwitz sollte ursprünglich nicht nur zur eigenen Fertigung, sondern auch zur Lohnfertigung für andere Pharmafirmen genutzt werden. Sie wurde für umgerechnet knapp 14 Millionen Euro errichtet und 1996 eingeweiht. 2011 bis 2012 steckte das Unternehmen weitere zehn Millionen Euro in die Erweiterung der Fertigung. 2015 wurden erneut 1,2 Millionen Euro investiert.

Doch die Rechnung ging nicht auf. Hintergrund sind gesundheitspolitische Entwicklungen und Kostendruck im Gesundheitswesen, die zu einer höheren Effizienz in der Fertigung zwingen, die das Unternehmen mit der eigenen, sehr spezialisierten Produktpalette allein nicht erreichen kann, erklärt Geschäftsführer Bauer.