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Applaus für ein Lebenswerk

© privat

Am 27. Januar verstarb Musikdirektor Klaus Zoephel. Er prägte das musikalische Leben der Region über viele Jahre.

Von Rolf Bäns

Pirna. Weißes Haar, stets nobel und mit der entsprechenden Eleganz, so ist vielen Konzertfreunden Musikdirektor Klaus Zoephel noch in bester Erinnerung. Prägte er doch 27 Jahre von 1963 bis 1990 als Musikalischer Oberleiter des Staatlichen Orchesters Pirna das Konzert- und Musikleben in Pirna, der Region und weit über den Landkreis hinaus. Am frühen Morgen des 27. Januar 2017 hat der vielseitige Künstler leise und überraschend im hohen Alter von 88 Jahren in seiner Wahlheimat Ingolstadt die Musikwelt verlassen.

Am 16. Juli 1929 in Plauen als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren, studierte Zoephel nach dem Abitur an der Musikhochschule in Leipzig in den Fächern Dirigieren, Komposition und Klavier. Seine musikalischen Stationen waren das Kulturorchester Senftenberg, Kapellmeister am Kreistheater Döbeln, das Nationaltheater Weimar, die Städtischen Bühnen Zwickau und das Kulturorchester der Bachstadt Mühlhausen. Am 1. September 1963 folgte sein Sondervertrag für das Pirnaer Orchester, wie ihn sein Vorgänger Herbert Burckhardt innehatte. 1970 wurde Zoephel vom Minister für Kultur der Titel Musikdirektor verliehen.

Der Dirigent leistete eine unglaublich intensive Arbeit, indem er jährlich über 140 Konzerte mit seinem Orchester und bei Gastspielen nicht nur musikalisch leitete, sondern auch inhaltlich gestaltete. Er besaß ein breites und umfangreiches musikwissenschaftliches Wissen und unterrichtete an der Dresdner Musikhochschule. Auch als Komponist trat er in Erscheinung. Viele seiner Werke wurden mit seinem Orchester uraufgeführt, am erfolgreichsten und vom Publikum mit starkem Applaus angenommen das Werk „Finckenschläge“.

Sein großes Engagement für zeitgenössische Musik fand zwar nicht immer die Zustimmung des Publikums, aber Zoephel leistete damit eine wertvolle kulturpolitische Arbeit zur Unterstützung vieler Musikschöpfer. Für mich war Klaus Zoephel nicht nur ein aufrichtiger und feinsinniger Kollege, sondern auch ein Lehrer, wenn es um die deutsche Sprache ging, und fast pedantisch beim Korrekturlesen der Programmhefte und Konzertpläne. Im Namen vieler ehemaliger Orchesterkollegen sage ich danke für seine Musik!