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Politik

Mutmaßliches Komplott in Jordanien

Kronprinz Hamsa bin Hussein, der Halbbruder von Jordaniens König Abdullah II., soll an einem Komplott beteiligt sein. Jetzt steht er unter Hausarrest.

Abdullah II. (l), König von Jordanien und Hamsa bin Hussein, damaliger Kronprinz von Jordanien, im Jahr 2001.
Abdullah II. (l), König von Jordanien und Hamsa bin Hussein, damaliger Kronprinz von Jordanien, im Jahr 2001. © AP

Amman. Angesichts des mutmaßlichen Komplotts im jordanischen Königshaus hat König Abdullah II. eigenen Angaben zufolge Gefühle wie Schock, Schmerz und Wut empfunden. "Die Herausforderung der letzten Tage war nicht die schwierigste oder gefährlichste für die Stabilität unseres Heimatlandes, aber sie war für mich die schmerzhafteste", sagte er am Mittwoch. In die mutmaßliche Verschwörung soll auch sein Halbbruder, der ehemalige Kronprinz Hamsa bin Hussein, verwickelt gewesen sein. Dieser hatte die Vorwürfe bestritten.

In einem von der britischen BBC veröffentlichten Video übte Prinz Hamsa jedoch scharfe Kritik am König. Er wurde nach eigenen Angaben am Samstag wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an dem Komplott unter Hausarrest gesetzt. "Hamsa ist heute mit seiner Familie in seinem Palast unter meiner Obhut", ließ Abdullah am Mittwoch wissen.

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Untersuchungen hätten ergeben, dass Personen aus dem Umfeld des Prinzen zu "destabilisierenden" Kräften in Kontakt stünden, hieß es vonseiten der Regierung. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen. Bereits am Montagabend hatte der königliche Hof mitgeteilt, dass Prinz Hamsa seine Loyalität gegenüber dem König bekräftigt habe.

Jordaniens König Abdullah II. bin Al-Hussein 2019.
Jordaniens König Abdullah II. bin Al-Hussein 2019. © dpa

In seiner Erklärung räumte König Abdullah II. am Mittwoch auch andere Probleme im Königreich ein: "Unser Land steht vor schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie noch verschärft werden." Während die Wirtschaft in dem ohnehin ressourcenarmen und von Wüste geprägten Land im vergangenen Jahr schrumpfte, stieg zugleich die Arbeitslosigkeit rapide an.

US-Präsident Joe Biden sicherte Jordanien unterdessen die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu. In einem Gespräch mit dem Monarchen betonte er die "Bedeutung der Führungsrolle" des Königs für die USA und für die Region, wie das Weiße Haus am Mittwoch mitteilte. Die beiden sprachen demnach auch über eine weitere Verstärkung der bilateralen Zusammenarbeit. (dpa)

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