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Bautzen

Mehr Arbeitslose in der Oberlausitz

Der Corona-Lockdown macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote um 0,7 Prozent gestiegen.

Die Arbeitslosigkeit ist im Februar in der Oberlausitz leicht angestiegen. Darüber informierte jetzt die Agentur für Arbeit Bautzen.
Die Arbeitslosigkeit ist im Februar in der Oberlausitz leicht angestiegen. Darüber informierte jetzt die Agentur für Arbeit Bautzen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Im Februar waren in der Oberlausitz insgesamt 19.833 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Darüber informierte jetzt die Agentur für Arbeit Bautzen. Im Vergleich zum Vormonat sind das 125 und im Vergleich zum Vorjahr 1.837 Arbeitslose mehr . „Die Arbeitslosigkeit ist im zurückliegenden Monat in der Oberlausitz leicht angestiegen“, erklärte Kathrin Groschwald, Chefin der Bautzener Arbeitsagentur, die für die gesamte Oberlausitz zuständig ist.

Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 7,1 Prozent und veränderte sich zum Vormonat nicht. Im Februar 2020 lag diese bei 6,4 Prozent. Das bedeutet einen Anstieg um 0,7 Prozent.

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23.659 Oberlausitzer sind unterbeschäftigt

Auch die Unterbeschäftigung als Summe aus Arbeitslosen und Teilnehmern an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ist im Verglecih zum Vorjahr leicht gestiegen. Sie belief sich im Februar 2021 auf insgesamt 23.659 Menschen. Im Vorjahr waren 0,5 Prozent weniger. Aktuell liegt der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung bei 83,8 Prozent.

Im Februar 2021 nahmen in der Oberlausitz 3.759 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil oder standen aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Davon nahmen 780 Personen an Weiterbildungen teil. 515 absolvierten eine sogenannte Aktivierungsmaßnahme, dazu zählen beispielsweise Praktika in Betrieben. 308 Arbeitslose waren krank gemeldet. Sie alle gelten während der Zeit ihrer Qualifizierungen, Praktika oder Krankheiten nicht als arbeitslos, sondern als unterbeschäftigt.

Ein Grund für den leichten Anstieg der Zahl der Arbeitslosen sei laut Agentur für Arbeit der anhaltende Corona-Lockdown in vielen Branchen. Insgesamt zeige sich der Arbeitsmarkt ein nach Beginn der Corona-Pandemie aber stabil. „Durch die Gewährung von Kurzarbeitergeld wird die Beschäftigung in den Unternehmen weiter gesichert. Wichtig ist, dass die Zeit der Kurzarbeit von den Firmen genutzt wird, um die Beschäftigen zu qualifizieren“, erklärte Kathrin Groschwald.

Hentschke Bau kam ohne Kurzarbeit aus

Im Landkreis Bautzen waren die Unternehmen in den vergangenen Monaten ganz unterschiedlich von Kurzarbeit betroffen. Dabei ändern sich die Zahlen täglich, weil Mitarbeiter nach überstandener Krankheit oder Quarantäne zu ihren Jobs zurückkehren.

Sachsenmilch in Leppersdorf hat in der Corona-Krise so viel zu tun, dass an verkürztes Arbeiten gar nicht zu denken ist, sagt Sprecherin Carolin Linseis. Im Gegenteil: Allein im Januar wurden 50 neue Mitarbeiter eingestellt. Der Sprecherin zufolge macht sich bemerkbar, dass mehr Menschen jetzt zu Hause essen und trinken und dabei vor allem auf Produkte aus der Region greifen.

Auch Hentschke Bau in Bautzen kam ohne Kurzarbeit aus, obwohl sich wegen Krankheit und Quarantäne von Beschäftigten im Unternehmen oder bei Zulieferern in den vergangenen Wochen einige Projekte verzögerten. Aber die Mitarbeiter hatten Stunden angespart, die sie erst einmal abbauen konnten, berichtet Pressesprecher Falk S. Al-Omary. „Dies ist in der Bauindustrie für witterungsbedingten Ausfall im Winter üblich und wird jetzt teilweise für den Ausfall wegen Corona, zum Beispiel für Kinderbetreuung, genutzt.“

Radeberger musste Fassbier-Produktion einstellen

Im Bautzener Waggonbauwerk, das seit Ende Januar zum französischen Alstom-Konzern gehört, war „eine Gruppe von 94 Beschäftigten zeitweise in Kurzarbeit“, erklärte ein Sprecher. Der Grund: Verschiedene Lieferanten konnten aufgrund von Corona-Erkrankungen in ihrer Belegschaft nicht in vollem Umfang liefern.

Beim Kunststoffwerk Neuteichnitz Baier (KNB) war 2020 zeitweise Kurzarbeit nötig, weil die Kunden in der Fahrzeugindustrie ihre Produktion gedrosselt oder ganz heruntergefahren hatten. Doch nach dieser Phase konnte auch KNB wieder zum normalen Arbeitsrhythmus übergehen, sagt Geschäftsführer Marc G. Baier.

Auf Kurzarbeit verzichten konnten hingegen beispielsweise die Pewo Energietechnik in Elsterheide, Purtec in Königswartha und der Stifte-Hersteller Edding in Bautzen. Bei der Radeberger Exportbierbrauerei hingegen lässt sich Kurzarbeit in einigen Bereichen „leider nicht vermeiden“, berichtet Sprecherin Jana Kreuziger. Es macht sich bemerkbar, dass seit Monaten praktisch kein Fassbier abgefüllt wird, weil Gastronomen nichts abnehmen und keine Volksfeste oder Ähnliches stattfinden. (SZ/tbe)

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