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Oberlausitz: Arbeitsmarkt fast wie vor Corona

Erstmals seit 2019 liegt die Arbeitslosenquote in der Region wieder unter sechs Prozent. Und es gibt derzeit mehr als 5.000 freie Stellen.

Von Tilo Berger
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Bei der Arbeitsagentur sind derzeit mehr als 5.000 freie Jobs gemeldet.
Bei der Arbeitsagentur sind derzeit mehr als 5.000 freie Jobs gemeldet. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Der Arbeitsmarkt in der Oberlausitz scheint die Corona-Krise hinter sich zu lassen. Die Zahl der Arbeitslosen ging im November erneut zurück. Das berichtet die Arbeitsagentur Bautzen. Demnach waren Ende November 16.213 Frauen und Männer in den Landkreisen Bautzen und Görlitz arbeitslos gemeldet, 314 weniger als im Oktober. Im Vergleich zu November 2019 und 2020 ging die Zahl diesmal deutlicher zurück, weil sich weniger Menschen neu arbeitslos meldeten.

Die Bautzener Agenturchefin Kathrin Groschwald sprach am Dienstag von einer Herbstbelebung. Der Agentur zufolge nähert sich die Arbeitslosigkeit wieder dem Niveau an, auf dem sie sich vor Beginn der Corona-Krise befand. Die Quote, die den Anteil der Arbeitslosen an den Arbeitsfähigen angibt, lag im November bei 5,9 Prozent und damit erstmals seit zwei Jahren wieder unter sechs Prozent. Im November 2019 hatte die Arbeitslosenquote bei 5,7 Prozent gelegen.

Etwa zwei Drittel sind langzeitarbeitslos

Rund zwei Drittel aller Arbeitslosen - genau 10.697 - waren bei den kommunalen Jobcentern der Landkreise registriert. Sie kümmern sich vor allem um die Frauen und Männer, die länger als ein Jahr ohne Job sind. 4.702 von ihnen sind im Landkreis Bautzen gemeldet, 5.995 im Landkreis Görlitz.

Die Arbeitslosenzahl wäre höher, würden Firmen und Behörden nicht nach wie vor das Instrument der Kurzarbeit nutzen. Statt Beschäftigten in Zeiten einer Auftragsflaute zu kündigen, schicken die Arbeitgeber ihre Leute vorübergehend in Kurzarbeit.

Aktuelle Zahlen für November liegen diesbezüglich noch nicht vor, aber im Oktober meldeten 61 Unternehmen aus der Region Kurzarbeit neu an, weil sie entweder von einem Arbeitsausfall ausgingen oder ihre ursprüngliche Anzeige verlängern mussten. Das waren 26 Betriebe mehr als im September. Hinter diesen Anzeigen standen 2.023 Beschäftigte. Zu den Branchen, aus denen im Oktober die meisten Kurzarbeits-Anzeigen kamen, gehören das Gastgewerbe sowie Fahrzeughandel und -reparatur.

Mehr als 5.000 freie Jobs bei der Agentur gemeldet

Allerdings: Nicht jedes Unternehmen, das Kurzarbeit anmeldet, nutzt sie dann auch. Deshalb gibt es verlässliche Daten immer erst nach den aktuellen Abrechnungen. Demnach arbeiteten im Juli dieses Jahres 5.877 Beschäftigte in 865 Betrieben in der Oberlausitz verkürzt. Das waren 3.891 Kurzarbeiter und 723 Firmen weniger als noch im Juni 2021.

Die Arbeitsvermittler in der Bautzener Agentur können aktuell auf 5.216 freie, sozialversicherungspflichtige Stellen zurückgreifen. 814 davon sind im November hinzugekommen.