merken
Arbeit und Bildung

Azubis legen bei der Digitalisierung vor

Mithilfe der Digiscouts zeigt der Nachwuchs, wie Firmen Arbeitsprozesse digital gestalten können. Im Erzgebirge gab es nun erste Ergebnisse.

Jugendliche haben oft einen anderen, intuitiveren Zugang zu digitalen Formaten als etwas ältere Erwachsene. Das kann Ausbildungsbetrieben zugutekommen.
Jugendliche haben oft einen anderen, intuitiveren Zugang zu digitalen Formaten als etwas ältere Erwachsene. Das kann Ausbildungsbetrieben zugutekommen. © AdobeStock

Die Curt Bauer GmbH in Aue hat jetzt CBzubi. Nein, kein Schreibfehler, sondern der Name der digitalen Azubiplattform, die die Lehrlinge des Unternehmens selbst auf den Weg gebracht haben. Wie die digitale Schichtübergabe funktionieren kann, hat derweil der Nachwuchs der Spindelfabrik Neudorf GmbH erforscht. Beide Projekte gehen auf eine besondere Initiative zurück.

Die „Digiscouts“ helfen Auszubildenden innerhalb von sechs Monaten Digitalisierungspotenziale in Unternehmen aufzuspüren und später die Lösungsvorschläge in Abstimmung mit ihren Vorgesetzten und einem externen Coach umzusetzen. Den stellt das RKW Kompetenzzentrum. Das RKW ist gemeinnützig und versteht sich als „neutraler Impuls- und Ratgeber für den deutschen Mittelstand“.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium zeigen die Coaches, wie Ideen zur Digitalisierung ganz konkret umgesetzt werden können. Dass man dabei bei den Azubis ansetzt, mag ungewöhnlich erscheinen, ist aber durchaus naheliegend. Zum einen haben junge Leute als Digital Natives bisweilen ein schnelleres Verständnis für die virtuellen Aspekte von Arbeits- und Produktionsprozessen, zum anderen sind sie es, die die Arbeit der Zukunft leben und gestalten müssen.

Digitale Schichtübergabe

Im Erzgebirge stellten nun 20 Azubis aus sechs Unternehmen ihre konkreten Projekte vor Publikum vor. Die inhaltliche Bandbreite reichte von der digitalen Lernplattform mit Tutorials bis zur Elektronischen Unterschrift. Selbst konkrete Lösungen finden und mit Unterstützung umsetzen zu können, habe die Jugendlichen begeistert, heißt es beim Regionalmanagement Erzgebirge, das das Projekt gemeinsam mit dem RKW Sachsen begleitet hat. Gerade Unternehmen des Mittelstands scheuten demnach häufig digitale Veränderungen. Zum einen, weil sie hohe Kosten erwarten und zum anderen, weil sie unsicher sind, ob im eigenen Betrieb die entsprechenden Kompetenzen vorhanden sind. Die Beispiele der „Digiscouts“ zeigen indes, dass die Digitalisierung nicht automatisch mit hohen Kosten verbunden sein müsse. Oft gehe es vielmehr darum, vorhandene Systeme besser zu nutzen. Ein Beispiel ist die digitale Schichtübergabe, die mittels Outlook umgesetzt wurde.

Sowohl Unternehmen als auch Auszubildende profitieren von der Aktion. Während in den Betrieben bisweilen Hemmschwellen abgebaut und neue Perspektiven eröffnet werden, bekommen die Jugendlichen durch die aktive Mitgestaltung oft einen gehörigen Schub für das Selbstvertrauen. Nicht zuletzt intensiviert sich die Bindung an den Lehrbetrieb.

Weiterführende Artikel

Meißen bildet Breitbandpioniere aus

Meißen bildet Breitbandpioniere aus

Die Anleiter sollen den Städten und Dörfern helfen, ihre Angebote besser zu digitalisieren.

Das RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. ist ein bundesweites Netzwerk mit insgesamt 18 Standorten, das kleine und mittlere Unternehmen unterstützt. Möglich ist das vor Ort mit Beratung, Weiterbildung und anderen Dienstleistungen durch die RKW Landesorganisationen und überregional durch das RKW Kompetenzzentrum.

Mehr zum Thema Arbeit und Bildung