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Jede zweite Firma vermisst Fachkräfte

Corona ändert nichts daran, dass viele Betriebe zu wenig Nachwuchs finden. Eine Bertelsmann-Studie zeigt, dass sie trotz Engpässen wenig ins Ausland schauen.

Ob jemand schweißen kann, lässt sich testen. Doch viele Betriebe werben bisher kaum ausländische Fachkräfte an, weil sie die Qualifikation nicht gut einschätzen können.
Ob jemand schweißen kann, lässt sich testen. Doch viele Betriebe werben bisher kaum ausländische Fachkräfte an, weil sie die Qualifikation nicht gut einschätzen können. © Patrick Pleul/dpa

Dresden. Einreisebeschränkung wegen Corona: Jedes zehnte deutsche Unternehmen hat voriges Jahr dieses Hindernis zu spüren bekommen, als es ausländische Fachkräfte einstellen wollte. Doch andere Schwierigkeiten werden häufiger genannt, wenn es um neue Mitarbeiter aus anderen Staaten geht: Sprache und Unsicherheit über die Qualifikation. Das zeigt der neue Fachkräftemigrationsmonitor, für den die Bertelsmann-Stiftung 2.500 Entscheider befragte.

Der Studie zufolge rechneten trotz Corona 54 Prozent der befragten Unternehmen im vorigen Herbst mit Fachkräfteengpässen für dieses Jahr. Vor allem Gesundheitssektor und Bauwesen litten unter Engpässen, sagt Studien-Autor Matthias Meyer. Noch sei allerdings die Arbeitslosigkeit beispielsweise bei Geisteswissenschaften in Ostdeutschland höher als im Westen.

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Rumänen bei Einwanderung auf Platz 1

Nur 17 Prozent der befragten Firmen gaben an, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Wenn welche kamen, dann mehr aus der EU als aus anderen Staaten: Rumänien war im Jahr 2019 das Hauptherkunftsland von Einwanderern. Polen und Bulgarien folgten unter den EU-Staaten. Nicht mehr als 7.400 Inder zogen zum Arbeiten nach Deutschland und rund 2.500 Chinesen.

Die meisten Unternehmen setzen laut Umfrage auf das einheimische Potenzial und versuchen, mit Ausbildung, Weiterbildung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf an Fachkräfte zu kommen.

Voriges Jahr ist allerdings das neue Fachkräfte-Einwanderungsgesetz in Kraft getreten. Damit können sächsische Betriebe mit Bewerbern aus Übersee Verträge schließen, damit die schneller als bisher ein Visum zur Einreise erhalten. Fachkräfte sollen bereits im Ausland Deutsch lernen.

Bedarf in Sachsen größer als in anderen Ländern

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Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung weist darauf hin, dass in Sachsen die „Fachkräftesituation in allen Berufshauptgruppen angespannter“ ist als in Deutschland insgesamt. Es fehlen auch Fachleute in Informatik- und Elektroberufen. Der Standort müsse attraktiv für qualifizierte Migranten werden, zumal es künftig weniger einheimische Arbeitskräfte gebe – nur in Berlin und Hamburg steige ihre Zahl.

Die Bertelsmann-Forscher empfehlen, gezielt Frauen aus dem Ausland anzuwerben und ihnen Kinderbetreuung anzubieten. Noch würden aber Ausländer häufig schlechter bezahlt als Einheimische, ausländische Frauen noch schlechter.

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