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Berufliche Weiterbildung in Sachsen stockt

Die Bundesagentur für Arbeit meldet Rückgang um über 30 Prozent. Wegen Corona leiten viele Unternehmen einen strikten Sparkurs ein.

Weiterbildung ist eine der Hauptsäulen, um die heimische Wirtschaft für die Zukunft zu rüsten. Doch in der Pandemie können das viele Unternehmen nicht finanzieren.
Weiterbildung ist eine der Hauptsäulen, um die heimische Wirtschaft für die Zukunft zu rüsten. Doch in der Pandemie können das viele Unternehmen nicht finanzieren. ©  dpa

Dresden. Die Corona-Pandemie hat in Sachsen auch negative Auswirkungen auf die berufliche Weiterbildung. Das geht aus Zahlen der Agentur für Arbeit hervor. Demnach sind die Eintritte in Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung im Zeitraum von Januar bis Ende Mai 2020 um rund 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Waren es in diesem Zeitraum 2019 noch 8.391 Menschen, darunter Arbeitslose und Beschäftigte, die eine Weiterbildung begonnen haben, lag die Zahl in den ersten fünf Monaten dieses Jahres nur noch bei 5.680.

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"Corona hat hier deutliche Spuren hinterlassen", sagt Frank Vollgold, Pressesprecher bei der Regionaldirektion Sachsen der Arbeitsagentur. Gleichzeitig verändere der technologische Wandel immer stärker die Anforderungen an die Belegschaft. "Es wird künftig kaum noch Situationen im Leben geben, in denen sich eine Weiterbildung nicht lohnt."

"Betriebe haben andere Prioritäten" - IHK warnt vor Vernachlässigung

Die IHK Dresden sieht zwei unterschiedliche Trends in der Corona-Krise. "Im Bereich der eigenfinanzierten Aufstiegsfortbildung, also Fachwirte, Meister und ähnliches, liegen die Anmeldezahlen auf Rekordniveau", sagt Pressesprecher Lars Fiehler. Hier beobachten die Mitarbeiter des IHK bereits seit geraumer Zeit, dass mehr Arbeitnehmer Eigeninitiative zeigen. "Viele nehmen auch Entscheidungen der Arbeitgeber vorweg, weil sie die Notwendigkeit sehen."

Ganz anders sehe das aber im Seminargeschäft und bei Weiterbildungen aus, die Unternehmen selber finanzieren. "Die Kollegen im Prüfungsbereich und das Bildungszentrum vermelden hier Rückgänge um bis zu 50 Prozent", sagt Fiehler. 

Als Hauptgrund für den Einbruch nennt die IHK Kosteneinsparungen, die viele Unternehmen in der Pandemie vornehmen. Corona sei für die meisten Betriebe eine Gleichung mit Unbekannten. Weil vielerorts die Geschäfte schlecht liefen und Aufträge ausblieben, stelle sich für die Unternehmen die Frage, ob man sich Weiterbildungen noch leisten könne. 

"Hunderttausende Beschäftigte sind noch immer in Kurzarbeit. Da ergeben sich leider andere Prioritäten für die Betriebe", sagt Fiehler. Das sehe man auch daran, dass die Zahl der Auszubildenden in Sachsen dieses Jahr um 20 Prozent gesunken sei. Fiehler warnt jedoch vor, bei der Aus- und Weiterbildung zu sparen. "Immer mehr Arbeitnehmer steigen altersbedingt aus, die Betriebe müssen mit weniger Personal auskommen. Gleichzeitig werden die Tätigkeiten immer vielschichtiger und anspruchsvoller."

Weiter hohe Nachfrage nach Weiterbildungschecks

In Sachsen können betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen neben der Arbeitsagentur, seit auch von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gefördert werden. Seit 2014 können von der EU-mitfinanzierte "Weiterbildungschecks" von Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, aber auch von Einzelpersonen wie Studenten oder Selbstständigen beantragt werden. 

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Die Nachfrage ist nach Informationen des sächsischen Wirtschaftsministeriums auch 2020 weiterhin hoch. In den vergangenen Jahren wurden jeweils rund 6.000 Anträge eingereicht. Seit Jahresbeginn hat der Freistaat hier über 4,1 Millionen Euro ausgeschüttet. 

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