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Geschenkte Motivation

Wer Mitarbeitern Wertschätzung zeigen will, muss nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Durchdacht sollten Präsente aber schon sein.

Von Annett Kschieschan
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Kleine Geschenke erhalten auch die Motivation im Team. Spätestens im letzten Quartal macht man sich den Personalabteilungen Gedanken über die passenden Präsente für die Mitarbeiter.
Kleine Geschenke erhalten auch die Motivation im Team. Spätestens im letzten Quartal macht man sich den Personalabteilungen Gedanken über die passenden Präsente für die Mitarbeiter. © AdobeStock

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, das ist bekannt. Sie erhalten aber genauso die Motivation im Team. Im Alltagsstress, zwischen Kundenterminen und Wochenberatungen, Deadlines und Pitches bleibt oft kaum Zeit, einmal „Danke“ zu sagen. An die Kollegin, die das vorgezogene Projekt spontan übernommen hat, an den Teamleiter, der den schwierigen Kunden überzeugt hat, an die Auszubildende, die nach vielen Wochen des intensiven Lernens einen besonders guten Abschluss vorweisen kann. Immer wieder wachsen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über sich hinaus, gehen die Extra-Meile, stecken ihr Herzblut ist die gemeinsame Sache. Diese Kraft, die mit dem Begriff der „Human Ressources“ nicht immer ganz glücklich übersetzt wird, ist die Basis eines erfolgreichen Unternehmens. Deswegen sollten Chefs die Leistungsbereitschaft ihres Teams nicht selbstverständlich hinnehmen. Studien zeigen, wie wichtig und motivierend es ist, dass Leistung gesehen und gewürdigt wird.

Sozialer Mehrwert kommt gut an

So gaben 66 Prozent der Befragten in einer Studie der „Aktion Mensch“ und des Marktforschungsinstituts Ipsosan an, dass sie überzeugt davon sind, dass Geschenke für Mitarbeiter die Motivation steigern. Zusätzlich waren 60 Prozent der Meinung, dass Geschenke gleichsam die Attraktivität des Arbeitgebers erhöhen und immerhin 56 Prozent fühlen sich aufgrund eines Geschenks mehr wertgeschätzt. Dabei geht es einer Minderheit von zwölf Prozent um den tatsächlichen materiellen Wert des Präsentes. Viel wichtiger war den Befragten, dass das Geschenk einen „privaten Nutzen“ bietet, und dass man es im Idealfall lange verwenden kann. Auch Präsente mit gesellschaftlichem oder sozialem Mehrwert kommen gut an. Jeder fünfte Studienteilnehmer freute sich besonders über eine Gabe, die einen sozialen Zweck unterstützt.

Ein gutes Beispiel dafür sind Gutscheine, deren Erlöse am Ende an gemeinnützige Vereine oder Organisationen fließen. Oft gibt es dafür auch Möglichkeiten in der jeweiligen Region. Das Thema der gezeigten Wertschätzung im Team hat Unternehmer und Personalverantwortliche in den vergangenen beiden Jahren ganz besonders beschäftigt. Weil klassische Betriebs- und Weihnachtsfeiern gemäß der Corona-Schutzverordnungen nicht stattfinden durften, wurde die Frage nach den passenden Präsenten noch einmal ganz neu gestellt. Und hier und da durchaus kreativ gelöst – mit gemeinsamen virtuellen Krimidinner-Veranstaltungen oder Gutscheinen für „bessere Zeiten“.

Auch das wissen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schätzen. Dass gerade in der Krise gesehen wurde, wie wichtig Teamgeist und Engagement sind, hat die Bindung vieler Beschäftigter an ihr Unternehmen gestärkt. In Zeiten des Fachkräftemangels ein nicht zu unterschätzender Faktor. Chefinnen und Chefs, die unsicher sind, was ihrem Team gefallen könnte, sind mit einer anonymisierten Umfrage gut beraten. Über das Intranet lässt sich so etwas ganz einfach jetzt schon auf den Weg bringen. Und hier und da fällt dabei vielleicht sogar eine Idee für die privaten Wunschzettel zur Weihnachtszeit ab.

Gemeinsam feiern – direkt oder virtuell

Gemeinsame Feiern sind ebenso wie Firmenevents jeder Art wieder möglich. Mit Blick auf die Pandemie, die allen Lockerungen zum Trotz noch längst nicht Geschichte ist, weichen viele Firmen aber nach wie vor lieber auf virtuelle Veranstaltungen aus, vor allem dort, wo viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem Treffen zusammenkommen würden. Die Angebote hierfür sind auch in Sachsen in den vergangenen beiden Jahren rasant gewachsen und reichen von der Online-Schatzsuche bis zum Entdecken ganz neuer teambildender Aktionen.

Auch hier gilt: Die gezeigte Wertschätzung und das gemeinsame Erleben können dem Teamgeist einen positiven Schub geben. Darauf muss man natürlich nicht bis zum Jahresende warten. Inzwischen haben viele Unternehmen ihre Mitarbeiterevents auf die Sommerzeit vorgezogen. Nicht zuletzt, weil Feiern im Freien vielfach besser ankommen, die Möglichkeiten, sich zum Beispiel sportlich und spielerisch zu betätigen, größer sind und das Risiko einer Corona-Infektion geringer ist.