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Arbeit und Bildung

Grundlagen des BBiG und AEVO

Nach Aussetzung der Nachweispflicht sind ausbildende Unternehmen wieder verpflichtet worden, eine bestimmte Anzahl Ausbilder zu befähigen.

© Bildquelle: Kim Loan Nguyen thi / pixabay

Diese Tauglichkeit zur Ausbildung beruht auf den Vorschriften des Berufsbildungsgesetz BBiG und der Ausbildereignungsverordnung AEVO. Als Nachweis gilt der Ausbilderschein, der durch das Ablegen einer AEVO Prüfung erworben werden muss.

Die Prüfungsvorbereitung unterstützen Ausbildungskurse, deren Prüfungsinhalte nach einem bundeseinheitlichen Standard vermittelt werden. Der Prüfungsweg ist nicht vorgeschrieben, sondern kann frei aus unterschiedlichen Möglichkeiten gewählt werden.

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Rechtliche Grundlagen nach BBiG und AEVO

Das Berufsbildungsgesetz unterscheidet in § 29 und § 30 zwei unterschiedliche Arten von Eignung, der persönlichen Eignung nach § 29 BBiG und der fachlichen Eignung nach § 30 BBiG. Persönlich geeignet kann jeder sein, der Kinder und Jugendliche beschäftigen darf und bisher nicht gegen das BBiG verstoßen hat. Genauer gesagt beschreibt der § 29 wer persönlich nicht zur Ausbildung geeignet ist:

  • Jemand, der Kinder und Jugendliche nicht beschäftigen darf (z. B. bei massiven Verstößen gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz)
  • Jemand, der wiederholt und in massiver Form gegen das BBiG oder dessen erlassene Vorschriften oder Bestimmungen verstoßen hat

Die berufs- und arbeitspädagogische Eignung wird auch als fachliche Eignung bezeichnet. Jeder, der entsprechende Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse nachweisen kann ist nach § 30 BBiG zur Ausbildung geeignet. Nachgewiesen wird die fachliche Eignung durch zum Beispiel einer abgeschlossenen Berufsausbildung, einem Hochschul-/ Fachhochschul- oder Fachwirtabschluss oder auch einer angemessenen (individuelle) Praxiserfahrung.

Die Ausbildereignungsverordnung definiert den Begriff berufs- und arbeitspädagogische Eignung genauer. In § 2 der AEVO wird die Kompetenz zum selbstständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren der Berufsausbildung in vier Handlungsfeldern festgelegt:

  • Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
  • Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken
  • Ausbildung durchführen
  • Ausbildung abschließen

Die Eignung auszubilden ist lt. AEVO mittels einer Prüfung nachzuweisen. Ausbildereignungsprüfungen müssen vor einer zuständigen Stelle, zum Beispiel einer Industrie- und Handelskammer IHK, abgelegt werden. Die gesamte Prüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung und dem praktischen Teil. Es bestehen klare Regelungen, welche der in Deutschland ansässigen IHKs im Einzelfall für die Abnahme der Ausbildereignungsprüfung zuständig ist. Entweder ist es die IHK, in deren Geschäftsbereich der Prüfling wohnt oder die IHK in deren Geschäftsbereich der Prüfling tätig ist oder die IHK, in deren Geschäftsbereich der Veranstalter des Vorbereitungskurses seinen Geschäftssitz hat. In den wenigsten Fällen kann ein Prüfungskandidat aus insgesamt drei verschiedenen IHK s wählen.

Generell müssen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zur Durchführung einer Berufsausbildung nachgewiesen werden. Von der Nachweispflicht befreit sind:

  • freie Berufe (z. B. Ärzte, Steuerberater oder Rechtsanwälte) erlangen die Ausbildungsbefähigung bereits durch das Studium
  • im Handwerk wird die Befähigung für die berufliche Ausbildung bereits durch das Ablegen einer Meisterprüfung erlangt

Möglichkeiten der Ausbildungskurse

Die einfachste und zu Zeiten der Pandemie auch sicherste Methode ist die Möglichkeit online einen Kurs beispielsweise bei einer AEVO Akademie zu besuchen. Ist es sehr dringlich für das Unternehmen, bieten sich auch sogenannte Crashkurse an, die über einen knappen Zeitraum von nur zwei Wochen die kompletten Inhalte der Prüfung vermitteln. Für berufstätige Arbeitnehmer, die eine Ausbildung der Ausbilder neben dem Beruf absolvieren wollen, stehen jede Menge an Kursangeboten in Abendschulen oder für die Prüfung zuständigen Stellen zur Verfügung. Welches die optimale Möglichkeit zur Vorbereitung auf den Ausbilderschein ist, hängt von den individuellen Situationen der zukünftigen Ausbilder*innen und deren Arbeitgebern ab.

© Bildquelle: claude_star / pixabay

Was ist ein AEVO Schein und wie lange ist er gültig

Wer beide Teile der Ausbildereignungsprüfung bestanden hat, bekommt als Nachweis seiner fachlichen und persönlichen Eignung eine Urkunde. Der Nachweis hat viele Namen, das Ergebnis ist aber grundsätzlich dasselbe:

  • Ausbilderschein
  • Ausbildungsschein
  • Ausbildereignungsschein
  • AEVO-Bescheinigung
  • AEVO – Zeugnis
  • ADA Schein

Ist die Ausbildereignungsprüfung einmal erfolgreich bestanden, wird die Eignung zum Ausbilden unbefristet bescheinigt. Sie erlischt nur, wenn massiv gegen geltende Gesetze verstoßen oder die Eignung aus anderweitigen Gründen von zuständigen Stellen entzogen wird.

Was bringt die Qualifikation zum Ausbilder persönlich

Der grundlegende Zweck ist klar. Wer die Ausbildereignungsprüfung bestanden hat, darf ausbilden. Daneben bietet die Prüfung noch weitere Vorteile für Ausbilder*innen, denn mit Ablegen der Prüfung wird eine weitere Qualifikation erworben und eine Erweiterung des Aufgabenbereiches wird dadurch möglich. Die Verantwortung steigt um ein Vielfaches und es wird eine leitende Rolle im Unternehmen ausgeübt. Die Qualifikation schlägt sich in den meisten Fällen nicht nur in der Berufsbezeichnung, sondern auch in der Einkommenssituation positiv nieder.

Weitere Karrieremöglichkeiten

Der nach wie vor aktuelle Mangel an Fachkräften in deutschen Unternehmen führt dazu, dass diese auch in Zukunft gefragter sind, denn je. Das führt zu einer Zahlung von sehr hohen Gehältern in vielen Bereichen. Da kaum ein KMU sich diese hohen Gehälter leisten können, gehen die Unternehmen dazu über, eigene Fachkräfte auszubilden. Der persönliche Marktwert als Ausbilder steigt dementsprechend massiv an.

Zusätzliche Sicherheit

Wenn das Geschäftsjahr einmal nicht so gut gelaufen ist, muss ein einfacher Angestellter ohne eine zusätzliche Qualifikation schnell mit einer Kündigung rechnen. Da Betriebe aber langfristig planen ist es unwahrscheinlich, dass ein Ausbilder mit entsprechend fachlicher und persönlicher Eignung mit einer wirtschaftlich bedingten Kündigung rechnen muss.

Zum Schluss bleibt dann nur noch die Frage, welches der schnellste und sicherste Weg zur Prüfung für Ausbilder ist.

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin L.Zirman

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