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Arbeit und Bildung

Ohne Foto zum Traumjob

Bilder in Stellenanzeigen sollen Bewerber locken. Doch die sind wenig begeistert. Das legt eine Studie nahe.

Wie wirbt man heute um Mitarbeiter? Allzuviel optischer Schnickschnack ist offenbar wenig gefragt.
Wie wirbt man heute um Mitarbeiter? Allzuviel optischer Schnickschnack ist offenbar wenig gefragt. © AdobeStock

Aufmerksamkeit ist alles - das gilt für die Eiscreme-Werbung genauso wie für die Suche nach neuen Mitarbeitern. Schließlich will man sich abheben von den Offerten der Konkurrenz. Eine aktuelle Studie legt indes nahe: Zu viel optischer Schnickschnack in Stellenanzeigen schreckt potenzielle Bewerber eher ab. Die Mehrheit hält Bilder in Stellenanzeigen für verschenkte Liebesmühe der Arbeitgeber. So das Ergebnis der Königsteiner-Studie. Im Auftrag der gleichnamigen Unternehmens-Gruppe hatte das Kölner Marktforschungsunternehmen respondi im April bundesweit 1.059 berufstätige Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in allen Altersstufen befragt, die sich in den letzten 12 Monaten in einem Bewerbungsprozess befanden.

Angesprochen wurden zur Hälfte Akademiker und Menschen ohne Hochschulabschluss. Sechs von zehn Befragten gaben an, in Ausschreibungen von Unternehmen nicht auf die dort abgebildeten Bilder zu achten. Auch multimediale Inhalte sind demnach weniger gefragt als vermutet. So hielten nur 22 Prozent der Befragten Inhalte wie Videos, Animationen oder audiovisuelle Instrumente in Stellenanzeigen für wichtig. 46 Prozent waren im Gegenteil der Meinung, dass sie derartige mediale Instrumente für ihre Jobsuche als „unwichtig und verzichtbar“ einschätzen.

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Den Arbeitsplatz schon vorab sehen

„Unsere Umfrage zeigt, dass es in der Mitarbeitersuche für Arbeitgeber darum geht, inhaltlich zu überzeugen – etwa mit starken Arbeitgeberleistungen. Ein Feuerwerk an bunten Bildern reicht nicht, um gefragte Kandidaten und Kandidatinnen zu gewinnen. Das gilt übrigens auch für junge Menschen zwischen 20 und 29 Jahren, denen ja oft eine Affinität zu multimedialen Inhalten nachgesagt wird. Auch von ihnen hält fast die Hälfte der Befragten diese in Stellenanzeigen für unwichtig“, so Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Gruppe.

Und auch, wenn die Mehrheit der Jobsuchenden gut auf Bilder in Stellenanzeigen verzichten kann, gibt es für den Einsatz optischer Elemente durchaus Präferenzen. So bevorzugen Bewerber Eindrücke des tatsächlichen Arbeitsumfelds in Unternehmen.

Gut zwei Drittel von ihnen geben demnach an, dass Fotos von echten Mitarbeitern inklusive Statements der Beschäftigten ihre Bewerbungsentscheidung beeinflussen könnten. Noch höher ist der Prozentsatz bei Fotos der Räumlichkeiten des ausschreibenden Unternehmens. Immerhin 72 Prozent der visuell affinen Studienteilnehmer finden es wichtig, vorab schon einmal zu sehen, wie ihr vielleicht künftiger Arbeitsplatz aussieht.

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