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Sachsen bekommen Preis für gerechte Lohnverteilung zwischen Frau und Mann

Bundesfrauenministerin Lisa Paus hat den German Equal Pay Award für gerechte Lohnverteilung vergeben. Einer der drei Sieger ist in Sachsen.

Von Georg Moeritz
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Die Oper Leipzig hat schon ein Nachhaltigkeitszertifikat, nun bekommt sie auch einen Preis für Gerechtigkeit.
Die Oper Leipzig hat schon ein Nachhaltigkeitszertifikat, nun bekommt sie auch einen Preis für Gerechtigkeit. © Hendrik Schmidt/dpa

Leipzig. Ein Betrieb in Sachsen ist vorne dabei, wenn es um Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern geht: Die Oper Leipzig gehört zu den drei Preisträgern in Deutschland, die in diesem Jahr den German Equal Pay Award bekommen, den Preis für gleiche Bezahlung. Bundesfrauenministerin Lisa Paus (Grüne) hat die Preise am Dienstagabend in Berlin verliehen.

Frauenministerin Paus sagte, die ausgezeichneten Unternehmen hätten verschiedene Mittel entwickelt, um faire Gehaltsstrukturen zu etablieren und Lohngefälle zu bekämpfen. Die Oper Leipzig gewinnt den German Equal Pay Award für die "Strahl- und Durchsetzungskraft" ihres Vergütungssystems. Die sächsische Bühne sei Vorreiterin für die Kulturbranche.

Die Ausgangsbedingungen in Leipzig seien schwierig, urteilte die Jury, die aus acht Personen aus Wirtschaft, Medien und Wissenschaft besteht. Das Budget sei klein, und es gebe viele unterschiedliche Typen von Arbeitsverträgen an der Oper. Doch in dem Betrieb gebe es "ein hohes Bewusstsein für die Komplexität" der Gehaltsabstände zwischen den Geschlechtern. Der Preis würdige den eingeleiteten Veränderungsprozess, um Entgeltgleichheit durchzusetzen.

Oper Leipzig hat Leitlinien, auch für Fairness

Die Oper Leipzig hat sich zwölf Leitlinien der strategischen Nachhaltigkeit gegeben. Unter dem Stichwort Fairness heißt es, alle Mitarbeiter/-innen hätten die gleichen Möglichkeiten. Herkunft, Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung und Religion seien hinsichtlich der Entwicklungschancen irrelevant. "Die Oper Leipzig fördert die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie und schafft gezielt entsprechende Rahmenbedingungen dafür."

Ministerin Paus sagte, eine transparente und faire Bezahlung von Frauen und Männern sei ein Wettbewerbsvorteil. Davon profitierten nicht nur die Beschäftigten, sondern auch das Unternehmen. Manche Betriebe hätten gewählte Mitarbeitende, die innerhalb ihrer Teams einen fairen Gehaltsüberprüfungsprozess unterstützten. In anderen gebe es ein kontinuierliches Monitoring der Lohnentwicklung.

Die beiden anderen Preisträger kommen aus anderen Branchen: Der Nudelproduzent Barilla Deutschland GmbH mit Sitz in Köln und Muttergesellschaft in Italien wurde für ein "konsequentes Vergütungskonzept" ausgezeichnet. Dort werden laut Jury auch Mehrfachdiskriminierungen berücksichtigt. Barilla habe es geschafft, ein "gleichstellungsbewusste und diverse Unternehmenskultur" zu installieren.

Gleichheitspreis für Barilla und Metafinanz

Das Beratungsunternehmen Metafinanz Informationssysteme GmbH bekommt den Preis für die Innovationskraft ihres Vergütungssystems. Die Firma mit Zentrale in München habe mit eigenen "Compensation Responsibles" (Verantwortliche) in den Teams und externen Maßstäben fürs Gehalt gehe Metafinanz neue Wege der Transparenz und Mitbestimmung, so die Jury. Der Gehaltsüberprüfungsprozess sei im Unternehmen personenunabhängig und nachhaltig verankert.

Der German Equal Pay Award wurde zum dritten Mal verliehen. Der Preis ist Teil des Unternehmensprogramms "Entgeltgleichheit fördern. Unternehmen beraten, begleiten, stärken". Das Paus-Ministerium BMFSFJ bietet nach eigenen Angaben Unternehmen Unterstützung beim Umsetzen des Entgeltgleichheitsgebots und informiert darüber auf seiner Internetseite.

Frauen bekommen in Deutschland nach Angaben der Statistikämter durchschnittlich 19 Prozent weniger Geld pro Stunde als Männer. In Sachsen ist die Lücke nicht so groß: durchschnittlich neun Prozent. Laut Statistischem Landesamt bekommen Frauen in Sachsen durchschnittlich 19,31 Euro pro Stunde, Männer fast zwei Euro mehr. Allerdings sind die Verdienste in Sachsen niedriger als im deutschen Durchschnitt.