Arbeit und Bildung
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Schub für digitale Standortfaktoren

Wer Arbeitskräfte anlocken will, braucht heute mehr denn je ein modernes Umfeld. Der Digitalisierungsgrad der Städte trägt dazu bei. Dresden lässt dabei inzwischen deutsche Metropolen hinter sich.

Von Annett Kschieschan
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Historisches Ambiente und moderne Technik und Kommunikation - das ist kein Widerspruch. Dresden liegt bei der Digitalisierung im Städtevergleich vorn.
Historisches Ambiente und moderne Technik und Kommunikation - das ist kein Widerspruch. Dresden liegt bei der Digitalisierung im Städtevergleich vorn. © AdobeStock

Die Digitalisierung gilt als Schrittmacher der Zukunft, ganz besonders mit Blick auf die Arbeitswelt und den härter werdenden Kampf um Fachkräfte. Die sächsische Landeshauptstadt hat hier kräftig angezogen. Das legt zumindest der Smart City Index nahe, den der Digitalverband Bitkom in diesem Jahr erhoben hat. Dresden schafft es dabei mit 81,6 von 100 Punkten auf den dritten Platz hinter Hamburg und München.

Der Smart City Index zeige den Fortschritt bei der Digitalisierung der deutschen Großstädte, so Bitkom-Präsident Achim Berger. Gerade für jüngere Arbeitnehmer ist der Digitalisierungsgrad ihres Lebens- und Arbeitsumfelds oft ein wichtiges Kriterium. Berger konstatiert den deutschen Städten nicht zuletzt deshalb einen „enormen digitalen Tatendrang“. Eine erfolgreiche Digitalisierung setze Engagement, Kommunikation und ein funktionierendes Netzwerk aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor Ort voraus. „Erfolgsfaktoren für eine Smart City sind ein engagiertes Rathaus, eine Digitalstrategie, klare Strukturen, ein starkes lokales Netzwerk und das Engagement der Bevölkerung. Das gilt gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen von Pandemiefolgen und Energiepreissteigerungen“, so der Präsident weiter.

Insgesamt schneiden nach der Analyse des Verbandes Städte in Sachsen, Baden-Württemberg und Bayern in Sachen Digitalisierung besonders gut ab. Allerdings relativiert die Anzahl der untersuchten Städte das Ergebnis etwas. Sachsen liegt mit drei Großstädten – in Nordrhein-Westfalen gibt es 30 – nur gerade so noch im Rankingfeld.

Silicon Saxony und Biotech

Für Bundesländer mit weniger als drei Großstädten lässt sich nach Informationen von Bitkom keine Aussage treffen. Nicht ganz überraschend liegen Universitätsstädte im Durchschnitt besonders weit vorn, sammeln sich hier doch die Fach- und Führungskräfte von morgen. „Der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist in diesen Städten ein Vorteil. Städte profitieren auch von jungen Start-ups und sollten diesen auch aktiv die Möglichkeit geben, Smart-City-Anwendungen vor Ort in Kooperationen zu testen“, so Achim Berger. Dresden als Zentrum des Silicon Saxony und Leipzig als aufstrebender Standort der Biotech-Branche haben hier gute Karten, eigene Stärken auszuspielen und der Region damit einen Vorteil bei der Ansiedlung neuer Firmen und dem Werben um Arbeitskräfte zu verschaffen.

Wie vielschichtig dabei das Thema Digitalisierung sein kann, zeigt ein Blick in die Methodik der jüngsten Untersuchung. Für den Smart City Index wurden insgesamt knapp 11.000 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert. Analysiert und bewertet wurden nach Bitkom-Aussagen alle 81 Städte mit einer Bevölkerung im Bereich ab 100.000 in den fünf Themenbereichen Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft. Die fünf Bereiche gliedern sich in weitere 36 Indikatoren auf, die wiederum aus insgesamt 133 Parametern bestehen – von Online-Services über Sharing-Angebote bis zum schnellen Internet. (WeSZ)