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SOE: Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit steigen wieder an

Erstmals seit Februar gibt es im Landkreis wieder mehr Menschen ohne Job. Das hat nicht nur saisonale Gründe. Corona sorgt erneut für Unsicherheiten.

Von Katarina Gust
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© Daniel Förster

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ging seit Februar schrittweise zurück, nun ist sie im Dezember erstmals wieder angestiegen, teilt die Arbeitsagentur mit. Insgesamt waren im vergangenen Monat 5.386 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 232 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 4,2 Prozent. Das entspricht einem Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem November. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Situation jedoch besser. Im Dezember 2020 lag die Arbeitslosenquote im Landkreis noch bei 4,9 Prozent und damit 0,7 Prozent höher als derzeit.

"Der übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember kam für uns nicht unerwartet", sagt Gerlinde Hildebrand, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Pirna. Dennoch sei der Arbeitsmarkt im Landkreis bis zum Jahresende recht stabil gewesen - trotz Corona-Situation.

Doppelt so viele Firmen melden Kurzarbeit an

Das hat vor allem einen Grund: Viele Unternehmen hätten in der Krise Kurzarbeit in Anspruch genommen und dadurch ihre Fachkräfte halten können. "Zum Jahresende wurde im Zuge der Corona-Maßnahmen wieder mehr Kurzarbeitergeld angezeigt", erklärt Gerlinde Hildebrand. Im Dezember hätten mehr doppelt so viele Betriebe wie im Vormonat Kurzarbeitergeld neu angezeigt. Das waren 378 regionale Firmen, hinter denen insgesamt 2.695 Beschäftigte stehen.

Verglichen mit den einzelnen Regionen ist die Arbeitslosenquote überall - also in Pirna, Freital, Sebnitz und Dippoldiswalde - gestiegen. Den stärksten Zuwachs zum Jahresende gab es mit 0,4 Prozent im Raum Sebnitz. In Freital und Dippoldiswalde betrug der Anstieg 0,3 bzw. 0,2 Prozentpunkte. In Pirna gab es zwar unterm Strich 32 mehr arbeitslose Menschen, die Quote blieb rein rechnerisch dennoch unverändert.

© SZ Grafik

Es wird erwartet, dass die Arbeitslosigkeit Anfang 2022 allein schon saisonal bedingt noch weiter zunimmt. "Die Arbeitsmarktentwicklung wird nun zusätzlich durch Unsicherheiten der Omikron-Pandemielage begleitet", sagt die Chefin der Pirnaer Arbeitsagentur.

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Unabhängig davon zeichnet sich eine positive Entwicklung bei der Beschäftigung ab. Obwohl das Niveau wie vor der Corona-Krise noch nicht erreicht ist, ist die Beschäftigtenzahl im Landkreis zuletzt angestiegen. "Die Unternehmen suchen weiterhin gut qualifizierte Mitarbeitende", sagt Gerlinde Hildebrand.

Beschäftigung legt zu - vor allem in Heimen

Im Juni 2021 waren insgesamt 79.934 Frauen und Männer in Arbeit. Das waren knapp 400 mehr als im Juni 2020, was einem Plus von 0,5 Prozent entspricht. Vor allem Jüngere unter 25 Jahre (plus 5,6 Prozent) sowie Ältere über 55 Jahre (plus 3,4 Prozent) profitierten vom Beschäftigungsanstieg. Den größten Beschäftigungsgewinn verzeichneten laut Statistik Heime und das Sozialwesen. Hier gab es 226 Beschäftigte mehr. Verluste gab es hingegen im verarbeitenden Gewerbe in der Herstellung von Gütern (minus 200) sowie in Erziehung und Unterricht (minus 187), aber auch im Gastgewerbe (minus 54).

Freie Stellen im Gesundheitswesen

Derzeit gibt es 2.333 freie Stellen im Landkreis. Die Top drei der Branchen, in denen es unbesetzte Arbeitsplätze gibt, verteilen sich wie folgt: Den Spitzenplatz belegt das verarbeitende Gewerbe (383), gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen (308) und dem Baugewerbe (227). Personal gesucht wird zudem im Handel (219) und Gastgewerbe (209).

Insgesamt 368 neue Stellen meldeten die Unternehmen aus dem Landkreis im Dezember. Den mit Abstand größten Bedarf an Arbeitskräften gibt es im Gesundheits- und Sozialwesen (84). Auch das dürfte eine Folge der Corona-Situation sein. In der öffentlichen Verwaltung wurden 37 freie Stellen angezeigt, im Gastgewerbe 22.