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Wirtschaft

"Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr"

Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus, sagt Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit. Deswegen bräuchte es mehr Zuwanderer.

Detlef Scheele, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit.
Detlef Scheele, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit. © dpa

München. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, appelliert an die Bundesregierung, deutlich mehr Zuwanderer ins Land zu holen als in den vergangenen Jahren.

Deutschland gingen die Arbeitskräfte aus, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Durch die demografische Entwicklung nehme die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte im typischen Berufsalter bereits in diesem Jahr um fast 150.000 ab, in den kommenden Jahren werde es noch "viel dramatischer", erklärte Scheele.

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Deutschland könne das Problem nur lösen, indem es etwa Ungelernte qualifiziere, Arbeitnehmerinnen mit unfreiwilliger Teilzeit länger arbeiten lasse - und vor allem, indem es Zuwanderer ins Land hole. "Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr. Also deutlich mehr als in den vergangenen Jahren", sagte Scheele.

"Von der Pflege über Klimatechniker bis zu Logistikern und Akademikerinnen: Es werden überall Fachkräfte fehlen." Mit Blick auf mögliche Widerstände gegen Migration erklärte er: "Man kann sich hinstellen und sagen: Wir möchten keine Ausländer. Aber das funktioniert nicht."

Ein Bereich, der mit der Corona-Pandemie in besondere Personalnöte gekommen ist, ist das Gastrogewerbe. Im CoronaCast, dem Podcast von Sächsische.de, sprach sich vergangene Woche Sachsens Dehoga-Chef Axel Klein für das Erschließen ausländischer Märkte aus. "Andere Länder sind dabei schneller", so Klein. In Deutschland gebe es zu viele Vorgaben, die ein Anwerben von Arbeitnehmern aus dem Ausland bremsten. (SZ/fad/epd)

Die gesamte Folge des Podcasts hören Sie direkt über den eingebetteten Player. Mehr zum Thema des Gesprächs finden Sie in diesem Artikel: Gastro-Branche geht Abkehr von Inzidenz nicht weit genug

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