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Arbeit und Bildung

Nach Feierabend zur Spätschicht

Im Rahmen der Tage der Industriekultur öffnen in diesem Herbst sachsenweit Unternehmen ihre Türen für Besucher – unter besonderem Blickwinkel.

Fachleuten über die Schultern schauen, sehen, was die Region alles kann – die Aktion „Spätschicht“ macht es möglich.
Fachleuten über die Schultern schauen, sehen, was die Region alles kann – die Aktion „Spätschicht“ macht es möglich. © AdobeStock

Die Ankündigung verspricht Sinnliches: „Laut, vielleicht auch heiß und geruchsintensiv“ soll sie werden, die „Spätschicht“ am 25. September. Neun Unternehmen aus dem Erzgebirge öffnen an diesem Tag ihre Türen für Besucher. Eingebettet ist das Ganze in die „Tage der Industriekultur“, die noch bis Ende des Monats dauern. Das Ziel: Firmen zeigen, was sie können und was sie in ihrer Region verankert.Trotz der besonderen Situation unter Corona-Bedingungen sei es den Unternehmern wichtig, an der Veranstaltungsreihe, die durch die Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungs GmbH organisiert wird, festzuhalten, heißt es. 

„Gerade in der jetzigen Zeit ist es wichtig, das Unternehmen ein Zeichen setzen und zeigen, dass hinter ihren Toren trotz strengerer gesundheitlicher und behördlicher Rahmenbedingungen die Produktion weiter läuft und nach wie vor hervorragende Produkte und Entwicklungen von hier aus in die Welt gehen“, so Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH. Als Wirtschaftsförderer staune er bei Firmenbesuchen immer wieder selbst über die Vielfalt der Produkte, die im Erzgebirge entstehen. „Das Fachwissen in der Region ist groß, weshalb hier innovative Ideen umgesetzt werden können und sich auch Hidden Champions hinter den Fassaden verbergen. Oftmals gründet diese Innovationskraft auf lange Traditionen und gehütete Wissensschätze, die seit Generationen weitergegeben werden“, so Lißke. 

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Gute Erfahrungen aus den Vorjahren

Das aktuelle „Jahr der Industriekultur“ ist ein guter Rahmen für die Initiative, an der sich unter anderem die BGH Edelstahl Lugau GmbH aus Lugau, die Huss Maschinenbau GmbH aus Sehmatal-Neudorf und Norafin Industries GmbH aus Mildenau beteiligen.

Die Idee der „Spätschicht“ ist dabei nicht neu. Im Erzgebirge findet sie bereits im vierten Mal statt, und auch anderswo in Sachsen öffnen Unternehmen unter diesem Motto ihre Türen für Besucher – auch in Zeiten der Pandemie. So werden gegenwärtig auch in Ostsachsen „Spätschicht“-Tage vorbereitet. In Bautzen beteiligten sich an der Aktion, die am 16. Oktober stattfinden soll, 25 Unternehmen, darunter die renommierte Orgelbaufirma Eule und die Regionalbus Oberlausitz GmbH. Die Wirtschaftsförderung der Stadt organisiert Shuttle-Busse, mit denen die Besucher zu den jeweiligen Standorten gebracht werden.  Angeboten werden insgesamt neun Routen, bei denen jeweils drei Unternehmen besucht werden. Auch in Bischofswerda, Radeberg und Hoyerswerda geht es per Bus zur „Spätschicht“. Hier findet der Tag am 9. Oktober statt.

In der Neiße-Region ist der Aktionstag für den 6. November geplant. In Kooperation mit den Wirtschaftsförderungen in Görlitz, Weißwasser und Zittau stellen sich dann voraussichtlich 24 Unternehmen in der Lausitz vor. Dazu gehören auch die Birkenstock Productions Sachsen GmbH Görlitz, die MBN Maschinenbaubetriebe Neugersdorf und die Baumwollweberei Zittau.Die Erfahrungen mit der „Spätschicht“ sind gut. In den vergangenen Jahren wurden die Angebote der meisten Unternehmen rege genutzt – und brachten so manchen AHA-Effekt.Denn oft genug wissen selbst Einheimische nicht so genau, was hinter den Werkstoren in den Gewerbe- und Industriegebieten so alles entsteht. Und so führte so mancher „Spätschicht“-Besuch auch zu tatsächlichen „Spätschichten - für Mitarbeiter, die durch den Aktionstag auf freie Stellen aufmerksam wurden.

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