merken

Geld und Recht

Arbeitgeber darf nicht eher entlassen

Kann ein Arbeitgeber eine frühere Kündigung aussprechen, weil ein Arbeitnehmer gekündigt hat? Nein. Der "Abkehrwille" ist keine Begründung.

© dpa/Uli Deck

Siegburg. Kündigt ein Arbeitnehmer, ist das kein Grund für den Arbeitgeber, seinerseits eine Kündigung mit kürzerer Frist auszusprechen. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Siegburg hervor (Az.: 3 Ca 500/19).

Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

In dem Fall ging es um einen Mitarbeiter, der seit 2016 als Teamleiter bei seinem Arbeitgeber beschäftigt war. Er informierte seinen Arbeitgeber, einen neuen Job antreten zu wollen und kündigte am 22. Januar 2019 zum 15. April 2019.

Wie das Gericht mitteilt, kündigte daraufhin der Arbeitgeber wiederum dem Angestellten zum 28.02.2019. Grund dafür war der in der Kündigung des Mitarbeiters zum Ausdruck gekommene Abkehrwillen - also sein Wunsch, das Arbeitsverhältnis eigenständig zu beenden und einen neuen Job zu finden.

Der Angestellte klagte und bekam vor dem Arbeitsgericht Siegburg Recht. Für die Richter gab es keine zu rechtfertigenden Gründe für die frühere Kündigung. Zwar könne der Abkehrwille eines Arbeitnehmers im Ausnahmefall eine betriebsbedingte Kündigung rechtfertigen. Das sei aber nur dann möglich, wenn Schwierigkeiten mit der Nachbesetzung der Stelle zu erwarten sind und der Arbeitgeber gerade eine schwer zu findende Ersatzkraft gefunden hat.

Nach Auffassung des Gerichts war das im vorliegenden Fall nicht nötig. Die Firma konnte auf eine bereits bei ihr beschäftigte Mitarbeiterin zurückgreifen. (dpa-tmn)