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Arbeitsagentur Riesa hat neuen Chef

Das ging schnell: Zwei Wochen nach dem Weggang von Petra Schlüter kann die Behörde einen Nachfolger präsentieren. Er zeigt sich optimistisch.

Thomas Stamm übernimmt mitten in der Corona-Krise die Leitung der Arbeitsagentur Riesa, die für den gesamten Kreis Meißen zuständig ist.
Thomas Stamm übernimmt mitten in der Corona-Krise die Leitung der Arbeitsagentur Riesa, die für den gesamten Kreis Meißen zuständig ist. © Agentur für Arbeit Riesa

Riesa. Mitten in der Corona-Krise hat die Arbeitsagentur Riesa einen neuen Chef bekommen. Thomas Stamm löst nach zwei Wochen seine Vorgängerin Petra Schlüter ab, die nach Plauen gewechselt war. Der 47-Jährige fängt seine neue Stelle in turbulenten Zeiten an - ist aber optimistisch: "Ich hoffe, dass wir in einem Jahr die Folgen der Corona-Krise zum größten Teil schon wieder überwunden haben", sagt der gebürtige Torgauer, der zuletzt an der Oschatzer Arbeitsagentur als "Geschäftsführer Operativ" tätig war.

Zwar treffe die Corona-Krise nahezu alle Wirtschaftsbereiche, vor allem auch die kleinen und mittleren Betriebe. "Friseure, Gastronomen oder kleine Einzelhändler waren bisher nie großflächig von Kurzarbeit betroffen", sagt Stamm. In den systemrelevanten Branchen aber werde das Personal weiterhin dringend benötigt - etwa bei der medizinischen Versorgung, Lebensmittelherstellung, Ver- und Entsorgung, Landwirtschaft und Sicherheitsunternehmen.

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Herausforderungen kommen wieder

Der Verwaltungswirt geht davon aus, dass nach Corona die bekannten Herausforderungen des hiesigen Arbeitsmarkts wiederkommen: "Die Themen demografischer Wandel, Digitalisierung und Strukturwandel sowie die Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften bleiben."

Deshalb wird einer seiner Schwerpunkte die Beratung zur beruflichen Weiterbildung sein. Dafür winken Fördermittel, das sei ein Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit. Wichtig ist Stamm, weiter gut mit den regionalen Arbeitsmarktakteuren zusammenzuarbeiten - vor allem auch mit dem Jobcenter des Landkreises. "Die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in der Region können wir nur gemeinsam lösen", sagt Stamm.

Die Arbeitsagentur hat ihren Sitz an der Breitscheidstraße in Riesa, außerdem gibt es im Landkreis mehrere Außenstellen.
Die Arbeitsagentur hat ihren Sitz an der Breitscheidstraße in Riesa, außerdem gibt es im Landkreis mehrere Außenstellen. © Sebastian Schultz

"Jetzt gilt es, Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und Existenzen zu sichern. Perspektivisch – nach Corona – werden wir unsere Region weiter auf die künftigen Auswirkungen der Demografie, des Strukturwandels und der Digitalisierung vorbereiten", sagt Thomas Stamm, der den Beruf des Instandhaltungsmechanikers gelernt hatte, bevor er an der Hochschule der Arbeitsagentur studierte.

In den kommenden Wochen und Monaten erwartet er erst einmal einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. "Aktuell können wir aber noch nicht absehen, wie sehr die Krise auf die Arbeitslosigkeit durchschlägt", sagt der verheiratete Vater von zwei Kindern. Aus der letzten Wirtschaftskrise wisse man, dass viele Unternehmen an ihren Fachkräften festhalten. "Die hohen Anzeigen für Kurzarbeit sprechen auch jetzt dafür." 

Thomas Stamm wohnt bis heute in der Region. Er tippt, dass die Arbeitslosenquote im Kreis Meißen in einem Jahr bei 5,5 Prozent liegt - knapp über dem derzeitigen Wert. Stamm selbst ist seit 1995 in der Branche tätig: Da hatte er beim damaligen Arbeitsamt in Oschatz angefangen. In seiner Freizeit schaut er gern Fußball - und spielt auch selbst.

In der Region bekannt

„Herr Stamm hat sich über die letzten Jahre in verschiedenen Fach- und Führungspositionen bewährt. Er ist in der Region bekannt - eine gute Grundlage für seine Arbeit als Dienststellenleiter. Deshalb freue ich mich über die Zusammenarbeit mit ihm als neuen Chef der Arbeitsagentur Riesa“, sagt Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Arbeitsagentur.

Die Agentur für Arbeit Riesa mit ihren drei Geschäftsstellen beschäftigt knapp 80 Mitarbeiter und ist deckungsgleich mit den Grenzen des Landkreises Meißen. Vor Beginn der Corona-Krise, Mitte März 2020, waren rund 6.700 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, dies entsprach einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent.

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