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Arbeitslose Migranten oft überdurchschnittlich gut ausgebildet

In Sachsen hat jeder achte Arbeitslose ausländische Wurzeln. Viele der Betroffenen sind sehr gut ausgebildet, finden jedoch unter anderem keine Arbeit, weil ihre Berufsabschlüsse nicht anerkannt werden.

Chemnitz. Fast jeder achte Arbeitslose in Sachsen hat nach Angaben der Landesarbeitsagentur ausländische Wurzeln. Unter ihnen seien viele hervorragend ausgebildete Fachkräfte, sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt. „Aktuelle Prognosen zeigen, dass die Zahl der Erwerbspersonen in Sachsen zurückgehen wird.

Um die Fachkräfte zu ersetzen, die in den kommenden Jahren aus den Betrieben ausscheiden, werden laut Cordt alle Potenziale benötigt: Arbeitslose, Zuwanderer und auch Menschen aus der sogenannten stillen Reserve, die sich nicht arbeitslos gemeldet haben. Migranten brächten vielfach wertvolle Kenntnisse und Erfahrungen mit - wie etwa Fremdsprachenkenntnisse. Für eine exportorientierte Wirtschaft wie die sächsische sei das von Interesse.

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Nach Angaben der Regionaldirektion sind 13 Prozent aller Arbeitslosen in Sachsen Migranten. Dieser Wert liegt über dem Durchschnitt im Osten (9,9 Prozent). 28,5 Prozent von ihnen habe einen Hauptschulabschluss, 34,8 Prozent die mittlere Reife und 20,3 Prozent einen Fach- oder Hochschulabschluss. Bei den Arbeitslosen ohne ausländische Wurzeln sind dies nur 12,5 Prozent. Der Anteil der Akademiker liegt bei den Migranten bei 11,7 Prozent; bei allen Arbeitslosen sind es 7,6 Prozent.

Allerdings werden laut Arbeitsagentur Migranten häufiger in der Grundsicherung betreut. Gründe seien vielfach die fehlende Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Sprachbarrieren. Die Landesdirektion unterstütze deshalb das IQ-Netzwerk Sachsen (Integration durch Qualifizierung), das Frauen und Männern bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse hilft. Bundesweit sind den Angaben zufolge mehr als ein Drittel (36 Prozent) Migranten. (dpa)