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Döbeln

Arbeitslosenquote in Mittelsachsen stabil

Trotz Corona und Kurzarbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis nur leicht gestiegen. Aber neue Stellen sind weiter rar.

Der neue Arbeitsmarktbericht für August liegt vor. Auch im Altkreis Döbeln ist die Arbeitslosenquote stabil geblieben. Sie liegt bei 7,2 Prozent.
Der neue Arbeitsmarktbericht für August liegt vor. Auch im Altkreis Döbeln ist die Arbeitslosenquote stabil geblieben. Sie liegt bei 7,2 Prozent. © Fotostand

Mittelsachsen. Die Arbeitslosigkeit im Landkreis ist auf stabilem Niveau geblieben. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Freiberg hervor, der am Dienstag veröffentlicht worden ist. Die Arbeitslosenquote ist bei 5,5 Prozent geblieben. Es haben nur wenige Erwerbstätige mehr ihren Job verloren. 

Rund 1.400 Mittelsachsen haben sich neu oder erneut arbeitslos gemeldet, fast ebenso viele haben allerdings auch einen neuen Job gefunden. Damit liegt die Zahl der Erwerbstätigen derzeit insgesamt bei  rund 8.800 Frauen und Männern. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Erwerbslosen im August allerdings deutlich höher. Knapp 18 Prozent mehr Mittelsachsen haben in diesem Jahr im August keinen Job. 

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Leicht gestiegen ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis im Bereich Rochlitz und Hainichen. In allen anderen Regionen ist die Zahl sogar leicht gesunken. In Döbeln ist die Quote mit 7,2 Prozent aber nach wie vor am höchsten. Im Altkreis sind aktuell rund 2.300 Personen arbeitslos gemeldet, 360 mehr als im August 2019. 

Corona hat Ausbildungsende verschoben

Deutlich zugenommen hat die Arbeitslosigkeit bei den jüngeren Erwerbstätigen. "Dies geht unter anderem auf die Corona bedingte Verschiebung der Abschlussprüfungen bei den Auszubildenden zurück, die das Ende der Ausbildung nach hinten verschieben“, äußert sich Susan Heine, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg. 

Aktuell seien noch 278 Jugendliche aus dem Landkreis auf der Suche nach einer Lehrstelle. Demgegenüber stünden noch 563 freie Ausbildungsplätze. Die Chance, auch noch kurzfristig einen Ausbildungsplatz zu erhalten, sei, so Susan Heine, derzeit noch gut. Gesucht würden junge Leute, die sich vor allem für die Bereiche Lagerlogistik (28), Kaufmann/frau im Einzelhandel (25) oder Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk/Fleischerei (20) interessieren. 

"Die Entscheidungsprozesse in den Unternehmen sind langsam wieder angelaufen, weisen aber eine zeitliche Verzögerung von etwa sechs bis acht Wochen auf. Wir rechnen damit, dass auch jetzt noch Bewerber zu den Lehrstellen finden. Wichtig ist uns, jedem Jugendlichen, der noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, eine Perspektive für den Start ins Berufsleben zu geben", meint Heine. 

Bei der Suche nach dem richtigen Beruf helfen auch die Berufsberater der Arbeitsagentur. Diese beraten nicht nur zum Ausbildungswunsch, sondern zeigten auch Alternativen auf und böten, wenn nötig, Unterstützungsmöglichkeiten an. "Kein Jugendlicher darf auf dem Weg in die Ausbildung verloren gehen“, so Susan Heine. 

Kurzarbeit für fast 43.000 Mitarbeiter angezeigt

Viele Firmen setzen nach wie vor auf Kurzarbeitergeld, um ihre Arbeitsplätze zu sichern. Bis Ende Juli haben rund 3.900 Unternehmen für fast 43.000 Personen Kurzarbeit angezeigt. Hinzukommen im August 19 vorläufige Anzeigen für fast 700 Arbeitnehmer. 

Fest steht inzwischen auch, wie viele Unternehmen für wie viele Mitarbeiter im April tatsächlich Kurzarbeit abgerechnet haben. Nach Angaben von Silke Steinkampf von der Agentur für Arbeit Plauen waren dies für Mittelsachsen rund 2.500 Betriebe für knapp 18.300 Angestellte. Damit haben weniger Unternehmen für weniger Mitarbeiter das Kurzarbeitergeld auch wirklich in Anspruch genommen. Bis 26. April hatten nach Angaben der Agentur fast 3.400 Firmen aus dem Landkreis für rund 36.700 Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt. 

Noch sind die Unternehmen zögerlich darin, neue Stellen auszuschreiben. Doch die Zahl steigt allmählich wieder. So wurden im August bei der Agentur für Arbeit bereits 85 offene Stellen mehr angezeigt als noch im Juli.

Fast 400 waren es insgesamt, die die Betriebe neu eingestellt haben. Doch im vergangenen Jahr war das Bedürfnis der Unternehmen, neue Stellen zu besetzen, deutlich größer. Im August 2019 gab es fast 240 Jobangebote mehr. 

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