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Arbeitsplätze locken zurück in die Heimat

25 Firmen und Institutionen präsentieren sich zum zweiten Rückkehrertag in Weißwasser.

Ursula Böttcher (links) und Friederike Eichendorff unterhalten sich angeregt mit Holger Metzlaff am Informationstand für die Gründung einer Alternativen Schule in Weißwasser.
Ursula Böttcher (links) und Friederike Eichendorff unterhalten sich angeregt mit Holger Metzlaff am Informationstand für die Gründung einer Alternativen Schule in Weißwasser. © Rolf Ullmann

Im alten Sprichwort „Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nahe“ steckt viel Wahrheit. Ein besserer Beweis dafür, als die zweite Rückkehrerbörse im E-Werk der Stadtwerke Weißwasser, lässt sich auch kaum so schnell wieder finden. 25 Firmen sowie Institutionen aus der Glasmacherstadt, aus Bad Muskau, Kringelsdorf und Spremberg haben ihre Informationsstände, versehen mit reichlich Material darüber, was sie den potenziellen Rückkehrern anbieten können, im Foyer der Stadtwerke aufgebaut. Die Bandbreite und das Profil der Börsenteilnehmer erwies sich, wie bereits während der ersten Börse, als sehr breit gefächert. Doch etwas einte alle: Sie benötigen mehr oder weniger dringend Arbeitskräfte, wenn sie als Unternehmen auch zukünftig am Markt langfristig eine Chance haben wollen.

Nicht zuletzt der Erfolg vom Vorjahr motivierte sie, um sich erneut der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zur Premiere zeigten immerhin bereits 20 Unternehmen sowie Einrichtungen Flagge in der Bibliothek Weißwasser. In diesem Jahr fanden bereits fünf Anbieter mehr den Weg zur Börse. Ihre Angebote wurden in diesem Jahr von rund 180 Interessenten in Augenschein genommen.

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Die eigenen vier Wände sind eines der größten Projekte im Leben. Am 16. November können Interessenten die vier entstehenden Doppelhäuser auf der Landheimstraße besichtigen.

In seinen Begrüßungsworten würdigte Torsten Pötzsch, Oberbürgermeister der Stadt Weißwasser, die Börse als ein wichtiges Element, „um das zu stärken, was wir hier vor Ort aufzuweisen haben“. Damit richtete er nicht nur den Blick auf die Firmen und Einrichtungen, sondern auch auf das soziale Umfeld, das die Stadt sowie die Region den Rückkehrern bieten kann. Herzliche Worte des Dankes richtete er sowohl an Anett Felgenhauer als auch an Christine Lehmann, die sich mit ganzer Kraft in die Organisation der Börse eingebracht hatten. Die beiden Organisatorinnen setzten damit einen gelungenen Abschluss unter die zu Jahresende auslaufende Aktion Perspektive(n) Weißwasser. Katrin Bartsch, der Geschäftsführerin der Stadtwerke Weißwasser (SWW), galt ein ebenso herzlicher Dank. Denn das E-Werk der Stadtwerke erwies sich als ein würdiger Gastgeber. Voller Erwartung kam Torsten Noack, einer der leitenden Mitarbeiter der Firma SKM, vom Standort des Unternehmens bei Kringelsdorf zur Börse nach Weißwasser. „Ich freue mich auf die Gespräche, und wir haben im Betrieb auch eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen in verschiedenen Bereichen zu bieten. Auch für uns bleibt die Suche nach geeigneten Arbeitskräften eine vordringliche Aufgabe.“

Dass die Aussichten auf Arbeit in der Region gar nicht so schlecht stehen, verdeutlichte eine Anfrage am Stand der Agentur für Arbeit. Susanne Mayer, Mitarbeiterin der Agentur, verwies auf 160 offene Stellen zwischen Niesky und Weißwasser allein in dem Bereich, für den sie zuständig ist. Hier werden unter anderem Fachkräfte für medizinische Berufe und Kraftfahrer gesucht.

Auch Stözle-Glas Weißwasser sowie die Stadtwerke Weißwasser als einige wenige weitere Beispiele möchten ihren Mitarbeiterstamm gern erweitern.

In den Gesprächen kam aber auch zum Tragen, dass ein interessanter, guter Arbeitsplatz allein jedoch noch keine Garantie für eine Rückkehr nach Weißwasser und in die Region bietet. Das soziale Umfeld, wie die Kinderbetreuung, Schule und nicht zuletzt eine bezahlbare Wohnung, ist dafür ebenso ausschlaggebend.