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Archäologe entgeht „Fluch des Pharao“

Mehr als einen Monat durfte der Chemnitzer Dominique Görlitz Oman nicht verlassen. Nun ist er wieder zurück und lobt die Behörden des Sultanats. Für sein Schilfboot-Projekt befürchtet er einen Rückschlag.

© nikolaischmidt.de

Chemnitz. Der Chemnitzer Altertumsforscher Dominique Görlitz befürchtet durch seinen Zwangsaufenthalt im Oman einen Rückschlag für sein kommendes Abora-Projekt. Das Schlimmste sei der immaterielle Schaden. Denn alles beginne mit Glaubwürdigkeit, sagte der Experimental-Archäologe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Mit der Mission „Abora V“ will Görlitz nachweisen, dass mittels Schilfbooten bereits im Altertum auf dem Seeweg Handelsbeziehungen zwischen der heutigen russischen Schwarzmeerküste und Ägypten bestanden haben.

Der 50-jährige Wissenschaftler war am Montag aus dem Oman zurückgekehrt. Wegen eines Haftbefehls aus Ägypten war er Anfang April in Maskat vorübergehend verhaftet worden und durfte nach seiner Freilassung das Land bis zum Sonntag nicht verlassen. Die omanischen Behörden nahm Görlitz ausdrücklich in Schutz. Er habe ihnen nichts vorzuwerfen, sagte er. Vielmehr hätten sie „die bösartigen und diffamierenden Anschuldigungen aus Ägypten geprüft“ und ihn daraufhin wieder ausreisen lassen.

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Görlitz und zwei Kollegen waren 2014 in Ägypten in Abwesenheit wegen Diebstahls aus der Cheops-Pyramide zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ihnen wurde vorgeworfen, unerlaubt Proben von der „Cheops-Kartusche“ entnommen sowie die Nordwand der Königskammer beschädigt zu haben. Sie hatten die Vorwürfe stets bestritten. Das Urteil wurde 2015 aufgehoben. Ende 2016 hatte Görlitz erklärt, dass er nicht mehr per internationalem Haftbefehl gesucht werde.

Im Oman hat Dominique Görlitz Vorträge gehalten und einen Forscherpreis des International Maritime College Oman (IMCO) in der Stadt Sib erhalten. Er habe zudem zahlreiche neue Kontakte geknüpft. „Das ist das Positive aus dem Schlamassel und nicht, dass der Fluch des Pharao an mir hängen bleibt“, sagte der Forscher. Er sei nicht als gebrochener Mann, sondern motiviert nach Hause zurückgekehrt. (dpa)