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Döbeln

Archäologen graben im Kellerberg

Die Schüler der Förderschule tauchen dorthin ab, wo einst die Brauer ihr Bier lagerten. Sie suchen aber etwas anderes.

Eric, Jimmy, Andy und Jannik bilden ein Archäologenteam und suchen unter Anleitung von Patricia Spruck nach Spuren aus der Vergangenheit.
Eric, Jimmy, Andy und Jannik bilden ein Archäologenteam und suchen unter Anleitung von Patricia Spruck nach Spuren aus der Vergangenheit. © Dietmar Thomas

Waldheim. Eine steile Metalltreppe führt hinab in den Waldheimer Kellerberg. Je weiter es nach unten geht, umso kühler wird es. Die Mädchen und Jungen der benachbarten Förderschule sind aufgeregt.

Dabei wissen sie schon, was sie unter Tage erwartet. Sie sind kleine Archäologen und suchen nach Spuren aus längst vergangener Zeit. Patricia Spruck, museumspädagogische Mitarbeiterin des Stadt- und Museumshauses, führt die Schüler der 5. Klasse in einen Stollen. Zuvor hat sie ihnen noch im Klassenzimmer erläutert, welche Aufgaben ein Archäologe hat. Im Bergwerk schlüpfen sie selbst in deren Rolle, werden zu Grabungsleitern, Grabungstechnikern und Ausgräbern. 

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„Ich habe etwas gefunden“, ruft Jimmy dem Grabungsleiter zu, kurz nachdem er damit begonnen hat, in einem mit Sand gefüllten Bottich zu schaufeln. „Ausgrabung stoppen“, sagt der Grabungsleiter. Das Fundstück wird untersucht und mit einem Pinsel gesäubert, der Fundort in einer Liste markiert. Für jedes Stück wird ein kleiner Zettel ausgefüllt, auf dem der Findling nummeriert und kurz beschrieben wird. 

Alte Nägel, Metallringe, Scherben, ein zerbrochener Weinkrug, Metallzinken und auch einige undefinierbare Stücke kommen zum Vorschein. Eine Glasflasche ist auch dabei. Was könnte wohl darin gewesen sein? Schnaps, Medizin, Parfüm oder vielleicht sogar Gift? „Richtige Archäologen würden den kleinen Rest in der Flasche nun noch im Labor untersuchen lassen, um so zu erfahren, wie die Menschen vor vielen Jahren gelebt haben“, erklärt Patricia Spruck.

Hervorgegangen ist das Bergwerk im Kellerberg aus dem Abbau von Serpentinit – auch sächsischer Marmor genannt. Das Gestein wurde als Baumaterial und für Gebrauchs- und Kunstgegenstände verwendet. Die Hohlräume, die so entstanden sind, wurden zur Lagerung von Lebensmitteln aber auch als Unterschlupf genutzt.

Nach dieser etwas anderen Geschichtsstunde geht es schließlich die mehr als 50 Metallstufen wieder hinauf ans Tageslicht. Das Schulprojekt, das von der Françoirs Maher Presley-Stiftung für Kunst und Kultur gefördert wird, führte die Museumspädagogin in der vergangenen Woche auch in die Waldheimer Oberschule. Dort wurde kurzerhand das Geschichtszimmer zur Ausgrabungsstätte.