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Archäologie-Museum in Chemnitz ist eröffnet

© dpa

Das Staatliche Museum für Archäologie in Chemnitz ist eröffnet. Mit seiner multimedialen Schau dürfte es eine Besucherattraktion werden - nicht nur wegen eines gläsernen Neandertalers.

Chemnitz. Mit einem Rundgang haben Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (beide CDU) das neue Staatliche Museum für Archäologie in Chemnitz eröffnet. „Das Museum ist ein Augenöffner für die archäologische Geschichte unseres Freistaates“, sagte Tillich. Es zeige, „wo unsere historischen und kulturellen Wurzeln liegen.“ Wanka sprach von einem Glücksfall für Chemnitz. Während des Festaktes am Donnerstag hatten vor dem Museum Leipziger Archäologie-Studenten gegen die geplante Schließung ihres Instituts protestiert.

Das neue Museum im ehemaligen Chemnitzer Kaufhaus Schocken zeigt auf etwa 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche mit mehr als 6.000 Exponaten sowie hochmoderner, multimedialer Ausstellungstechnik fast 300.000 Jahre Menschheitsgeschichte. Höhepunkte der Schau sind unter anderem der Gläserne Neandertaler - ein Pendant zur Gläsernen Frau im Deutschen Hygienemuseum in Dresden - die 7.000 Jahre alte Holzeinfassung eines Brunnens und eine schwebende Sachsenkarte in der Mitte des Hauses.

Das nach Plänen von Erich Mendelsohn (1887-1953) bis 1930 als Kaufhaus des Schocken-Konzerns errichtete Gebäude gilt als eine der wichtigen Architekturleistungen der damaligen Zeit. Es wurde in rund viereinhalb Jahren äußerlich sowie teilweise auch im Innern in ursprünglicher Gestalt wieder hergerichtet. Der Umbau kostete etwa 32 Millionen Euro, die Einrichtung der Ausstellung weitere 15 Millionen Euro.

In Ausstellungen wird auch an den jüdischen Unternehmer und Kaufhauseigentümer Salman Schocken (1877-1959) sowie an den gleichnamigen Konzern und den Architekten Mendelsohn erinnert. Bei der Eröffnung waren unter den rund 500 Gästen aus Politik, Kultur und Wirtschaft auch Mitglieder der Familie Schocken. Das Museum hat ab diesem Freitag für Besucher geöffnet. (dpa)