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Architektin will Elberadweg schon bald wegbaggern

Regine Töberich sieht derzeit keinen anderen Weg. Sie will ihr Bauprojekt Marina Garden auf jeden Fall umsetzen.

© Sven Ellger

Von Juliane Richter

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Den Gegenwind der empörten Dresdner hält Architektin Regine Töberich aus. Sollte die Stadt ihr bei ihrem Bauprojekt Marina Garden nicht entgegenkommen, will sie in den nächsten Wochen den Elberadweg auf ihrem Grundstück wegbaggern lassen. Diesen Plan hat sie gestern noch einmal bekräftigt. Wann genau die Bagger anrücken sollen, wollte sie nicht verraten. „Das wird eine Überraschung“, sagt Töberich. Die Dresdner damit ärgern wolle sie nicht, sie wolle auch nicht drohen. Aber sie nutze den Elberadweg, um für sich und ihr Projekt Öffentlichkeit herzustellen.

„Ich werde 100-prozentig nicht aufgeben“, sagte die Architektin gestern bei einer eigens anberaumten Pressekonferenz. Zu dieser hatte die 50-Jährige eingeladen, nachdem es am Mittag ein Gespräch mit Vertretern der Stadt und der Landesdirektion gegeben hatte. Der Präsident der Landesdirektion, Dietrich Gökelmann, übernahm persönlich die Vermittlung zwischen den verhärteten Fronten. Töberich zufolge habe sich die Stadt unkooperativ gezeigt und keine triftigen Gründe angeben können, wieso ihr ein beantragter Bauvorbescheid noch nicht erteilt wurde. Dieser gilt als Vorstufe zu einer Baugenehmigung und wäre binnen drei Monaten fällig gewesen. Außerdem habe die Stadt nach ihrem Wissen plötzlich neue Ideen für das Gelände an der Leipziger Straße. Zwar müsse sie nicht mehr eine Fläche für ein soziokulturelles Zentrum vorhalten – nun gebe es aber Ideen, die Planung einer Elbbrücke zum Ostragehege mit aufzunehmen. Bis diese abgeschlossen wäre, könnten ihr zufolge Jahre oder Jahrzehnte vergehen. Töberich glaubt, dass ihr Projekt so mit aller Macht verhindert werden soll.

Vor Gericht zu klagen, würde sie Zeit und Geld kosten und sei deshalb nicht ihr bevorzugter Weg. Sollte Marina Garden scheitern, werde sie womöglich Schadenersatz von der Stadt fordern. Das sei ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag. Rathaussprecher Kai Schulz wollte sich gestern nicht zu den Anschuldigungen äußern, sondern verwies auf eine heute stattfindende Pressekonferenz zum Thema. Aus der Gesprächsrunde bei der Landesdirektion hieß es, dass Töberich zu dem Antragswirrwarr nicht die Wahrheit sage. Die Stadt wolle nun die weiteren Äußerungen der Landesdirektion abwarten. Morgen ist das Thema zudem erneut im Stadtrat.