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Nah dran an Tigern und Kamel

DA-Praktikantin Martha Engel und ihr Patenkind Tamara schnuppern Zirkusluft. Vor allem begeistert die Raubtiershow.

Von Martha Engel

An meinen ersten Besuch im Zirkus Probst kann ich mich noch so gut erinnern, als wäre er gestern gewesen. Ich war gerade in die Grundschule gekommen, als der Zirkus bei uns in der Stadt gastierte. Meine Eltern besuchten mit uns die Show. Ich weiß noch, dass ich eine riesige Angst vor den Tigern hatte und wie mich die Pferde von der ersten Minute an begeisterten.

Manche Sachen scheinen sich nie zu ändern. Bei meinem Besuch am Sonntag nahm mich der Zirkus wieder von der ersten Minute an gefangen. Diesmal war mein Patenkind Tamara mit. Als das Licht ausging und die Musik erklang, zappelte sie aufgeregt auf ihrem Sitz hin und her.

Sechs wunderschöne Pferde eröffneten die Veranstaltung, für uns als Pferdenärrinnen ein Auftakt wie im Bilderbuch. Danach folgte eine Trapezkünstlerin mit atemberaubender Artistik in schwindelerregender Höhe. Mir war ganz schlecht vor Aufregung und Tamara flüsterte mir leise zu, dass sie auch etwas Angst um die Frau hat.

Bei der Show „Fantastico“ zum 250-jährigen Bestehen des Zirkus Probst folgte im Zirkuszelt ein Höhepunkt dem nächsten. Freche Zebras, Ponys mit wallender Mähne, Ziegen und ein Emu, der über Dromedar und Kamel hinweg sprang, waren nur ein kleiner Teil davon. Und endlich, nach der Pause, kam sie, die lang ersehnte und gefürchtete Raubtiershow. Zwei weiße Löwen, zwei Liger, vier Tiger und nur ein Mann unter ihnen in der Manege. Da hatten wir schon ganz schön Angst um den attraktiven Tierlehrer Tom Dieck. Tamara vergaß sogar ab und an, zu klatschen, so aufregend war es zwischen brüllenden Tigern, von denen eine Katze ganz intensiv mit Tom Dieck schmuste.

Mit offenem Mund bestaunten wir die Liebesgeschichte des Duo Infinitum, das hoch in der Luft Seilakrobatik zeigte und beobachteten den aufregenden Jonglier-Akt von Viktor und Viktoria und lachten mit den lustigen Clowns, die mit ordentlich Witz und Spaß die Wartezeiten vertrieben.

So sehr, wie uns die Tiger begeistert hatten, erstaunte uns ein Tier ganz besonders. Eine kleine rote und flauschige Katze, die mit dem Clownspaar eine ganz besondere Show ablieferte: Sie spazierte über Stangen. In der Pause konnten wir außerdem die Tiere aus der Nähe betrachten. Ein freches Kamel hatte es uns besonders angetan, aber auch von einem Löwen nur zwei Armlängen entfernt zu sein, war eine unglaubliche Erfahrung.